Jahrestag von Pussy-Riot-Protest : Zwei Frauen in Moskauer Kirche festgenommen

Mit Strumpfmasken und Blumen wollten die beiden Professorinnen an den Jahrestag des Auftritts von Pussy Riot erinnern - direkt am Ort des damaligen Geschehens. Die russische Polizei reagierte prompt.

Polizeieskorte. Die Professorinnen Jelena Wolkowa und Irina Kazuba werden vor der Christ-Erlöser-Kathedrale abgeführt.
Polizeieskorte. Die Professorinnen Jelena Wolkowa und Irina Kazuba werden vor der Christ-Erlöser-Kathedrale abgeführt.Foto: Reuters

Weil sie den Jahrestag des „Punkgebets“ der russischen Band Pussy Riot begehen wollten, sind am Donnerstag zwei Frauen in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale festgenommen worden. Sie hätten Strumpfmasken getragen und versucht, Blumen niederzulegen, sagte eine der betroffenen Frauen dem Online-Nachrichtenportal Gazeta.ru. Bei den beiden Verhafteten handelt es sich demnach um zwei Professorinnen der Universität Moskau, Irina Kazuba und Jelena Wolkowa.
Nach Angaben Kazubas fragte die Polizei zunächst nach den Gründen für ihre Aktion. Daraufhin habe sie geantwortet: „Wir feiern den Jahrestag eines Ereignisses, das unser Land verändert hat.“ Die Polizisten hätten geantwortet, dass sich das Land nur in ihrer Vorstellung verändert habe, was in der Psychiatrie „geheilt“ werden könne. Die beiden Frauen wurden anschließend auf ein Polizeirevier gebracht. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Interfax, dass sie nach einem Verhör wieder freigelassen würden.

Die Pussy-Riot-Sängerinnen waren am 21. Februar 2012 in der Moskauer Kathedrale zum Altar gestürmt und hatten ein „Punkgebet“ gerufen. Mit ihrem Auftritt kurz vor der Präsidentenwahl protestierten sie gegen Russlands heutigen Staatschef Wladimir Putin und kritisierten dessen Beziehungen zur mächtigen russisch-orthodoxen Kirche. Drei der regierungskritischen Aktivistinnen wurden im August zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Ein Berufungsgericht wandelte die Haft gegen eine von ihnen später in eine Bewährungsstrafe um. (AFP)

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