Jahreswechsel : Zwei Tote bei Silvesterunfällen in Deutschland

Zwei Tote, ein abgebranntes Haus, Tausende Einsätze von Polizei und Feuerwehr - die Helfer hatten eine stressige Neujahrsnacht. Insgesamt verlief der Jahreswechsel in Deutschland aber vergleichsweise ruhig.

In der Neujahrsnacht sind in Deutschland zwei Männer ums Leben gekommen. Einer starb bei der Explosion eines womöglich selbst gebauten Böllers, der zweite bei einer Messerstecherei. Bundesweit berichten Polizei und Feuerwehr zwar von vielen, zumeist aber eher glimpflich verlaufenen Einsätzen zum Jahreswechsel.

Bei der Explosion eines womöglich selbst gebauten Böllers ist in Göppingen (Baden-Württemberg) ein 27-Jähriger in der Neujahrsnacht ums Leben gekommen. Der Knallkörper explodierte in der Hand des Mannes, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der Mann starb im Rettungswagen. Ersten Ermittlungen nach stammte der Böller nicht aus dem freien Handel. Die Polizei ermittelt, ob der Mann ihn selbst gebaut hatte. Bei der Explosion wurden zudem ein 20- und 39-Jähriger leicht verletzt.

In Siegen (Nordrhein-Westfalen) kam es bei einer privaten Silvesterfeier zu einer tödlichen Messerstecherei. Zwei 55 und 56 Jahre alte Männer hätten gemeinsam mit einer 65-Jährigen gefeiert, berichteten Staatsanwaltschaft und Polizei. Noch vor Mitternacht seien die Männer in Streit geraten. Dabei habe der 55-Jährige den älteren Mann mit mehreren Messerstichen verletzt. Das Opfer starb am Neujahrsmorgen im Krankenhaus. Der 55-Jährige wurde festgenommen.

Zu einer Schießerei, bei der in Bochum (Nordrhein-Westfalen) zwei Männer verletzt wurden, kam es am Sonntagmorgen. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.
Das Unfallkrankenhaus Berlin verzeichnete etwa 15 Schwerverletzte, die sich mit Böllern und Raketen verbrannt oder Teile von Fingern und Händen abgesprengt hatten. Schwerster Fall sei ein 32-Jähriger am frühen Abend gewesen, der mehr als sieben Stunden lang an der Hand operiert worden sei, sagte Sprecherin Angela Kijewski.

Auch die Einsatzwagen der Polizei waren zum Jahreswechsel viel in Berlin unterwegs. Im Stadtteil Friedrichshain seien aus einer größeren Menschengruppe Steine auf vorbeifahrende Funkwagen geworfen worden, berichteten die Beamten. Zwei Polizisten wurden von Glassplittern an den Augen verletzt und mussten ins Krankenhaus. An der gleichen Stelle kam es zu einer Messerstecherei, bei der ein Mensch schwer verletzt wurde.
In Leipzig (Sachsen) löste die Polizei eine Ansammlung von 500 Menschen auf, die gemeinsam auf den Jahreswechsel anstoßen wollten.
Im Verlauf der Straßenparty wurden den Angaben zufolge Polizisten mit Böllern und Raketen attackiert sowie mit Steinen und Flaschen beworfen. Dabei wurden zwei Beamte jeweils leicht verletzt.
Schließlich setzte die Polizei Reizgas ein und räumte die Straßenzüge. Elf Menschen kam in Gewahrsam.

In Ostfriesland (Niedersachsen) setzte eine Silvesterrakete in der Neujahrsnacht ein Reetdachhaus in Brand. Das Gebäude in Großefehn im Kreis Aurich brannte komplett aus, berichtete die Polizei. Menschen wurden nicht verletzt. Bei einem Wohnungsbrand in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) erlitten am Sonntag neun Menschen Rauchgasvergiftungen. Auslöser waren vermutlich Feuerwerkskörper, der Brand ging nach Angaben der Feuerwehr vom Balkon aus.14 Personen erlitten bei einem Feuer in einem Keller in Frankfurt am Main (Hessen) in der Nacht eine Rauchgasvergiftung, wie die Feuerwehr mitteilte. Ob die Knallerei den Brand ausgelöst hatte, war zunächst aber unklar. (dpa)

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben