Japan : Sektenmitglieder prügeln Mitglied zu Tode

Weil sie die Riten nicht befolgt hat, wurde eine 63-Jährige von anderen Angehörigen der japanischen Kigankai-Sekte umgebracht. Die Familie des Opfers hatte bei der Polizei noch falsch ausgesagt, um die Sekte zu schützen.

NaganoDie japanische Polizei hat die Räume einer Sekte gestürmt, in der ein Mitglied wegen Nichtbefolgung der Riten getötet worden sein soll. Bei dem Einsatz seien 20 Verdächtige festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. "Die Razzia erfolgte wegen Mordverdachts." An ihr seien mehr als 400 Spezialkräfte beteiligt gewesen. Sie durchsuchten das Anwesen der Kigankai-Sekte in der Gebirgsstadt Nagano. Die hauptsächlich aus Frauen bestehende Gemeinschaft soll strenge religiöse Vorschriften haben - und offenbar auch einen gesunden Geschäftssinn: Sie verkauft beispielsweise "gereinigtes" Bergwasser als Allheilmittel für Krankheiten.
  
Die Polizeiaktion in der zentraljapanischen Stadt erfolgte nach dem Tod einer 63-jährigen Frau im vergangenen Monat. Die Besitzerin eines Sushi-Restaurants soll von zehn anderen Sektenmitgliedern zu Tode geprügelt worden sein, weil sie die Kigankai-Riten nicht befolgt habe. Der Verdacht eines Verbrechens kam auf, weil an der Leiche zahlreiche Wunden entdeckt wurden. Die Verwandten der Frau hatten zunächst ausgesagt, diese sei bei einem Familienstreit gestorben. Die Polizei vermutet jedoch, dass die Familie falsch aussagte um die Sekte zu schützen. Diese war 1970 gegründet worden, sie zählt etwa 400 Mitglieder. Bei den Festgenommenen soll es sich einem Fernsehbericht zufolge um 20 Frauen im Alter von 15 bis 80 Jahren handeln. (mit AFP)

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