Japan : Stromausfall in Atomruine von Fukushima

Die Lage in der Atomruine Fukushima ist zwar nach Aussagen der Regierung unter Kontrolle. Doch jetzt sorgte ein Stromausfall erneut für Besorgnis. Die Kühlsysteme für die Abklingbecken mit Brennstäben funktionieren teilweise nicht.

Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima.
Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima.Foto: dpa

Nach einem Stromausfall im havarierten Atomkraftwerk Fukushima haben Reparaturtrupps am Dienstag mit Hochdruck am Wiederanfahren der Kühlsysteme gearbeitet. Betroffen sind die Abklingbecken der Reaktoren 3 und 4 - lange auch der Reaktor 1, dessen Kühlsystem bereits wieder in Gang gesetzt wurde. Wie japanische Medien unter Berufung auf den Betreiber Tepco weiter meldeten, ist die Zufuhr von Wasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren Nummer 1 bis 3 nicht beeinträchtigt. In diesen Reaktoren war es in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 zu Kernschmelzen gekommen. Sorge bereitet jedoch das Becken des Reaktors 4, da dort viel mehr Brennstäbe liegen als in den anderen.

Das Dach des Beckens im Reaktor 4 war bei dem Erdbeben und Tsunami vor zwei Jahren durch eine Explosion zerstört worden. Der Reaktor selbst war zum Zeitpunkt des Tsunamis abgeschaltet. Die „höchste Priorität“ habe die Wiederherstellung des Kühlsystems für das Becken des Reaktors 4, hieß es. Das Wasser in diesem wie auch in den anderen Becken sei allerdings noch „ausreichend kühl“. Tepco versucht, die Temperatur weiter unter der Sicherheitsgrenze von 65 Grad zu halten.

Bis diese Temperatur im Becken des Reaktors 4 erreicht sei, würde es vier Tage dauern, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Um 10.00 Uhr vormittags (Ortszeit) habe sie bei etwa 30,5 Grad gelegen. Im Becken des Reaktors 1 lag die Temperatur zu dem Zeitpunkt demnach bei 17,1 Grad, im Becken des Reaktors 3 bei 15,9 Grad sowie in einem weiteren Becken bei 28,6 Grad, berichtete die Agentur Jiji Press. Wie lange es dauert, bis die Kühlsysteme wieder einsatzbereit sind, sei noch nicht abzuschätzen. Tepco versuche aber, dies noch im Laufe des Tages zu erreichen.

Atomkatastrophe von Fukushima und weltweite Folgen
Kurz vor der ersten Explosion. Ein Hubschrauber fliegt am 12. März 2011 am Reaktor eins des Akw Fukushima Daiichi vorbei.Weitere Bilder anzeigen
1 von 25Foto: Reuters
09.03.2012 15:27Kurz vor der ersten Explosion. Ein Hubschrauber fliegt am 12. März 2011 am Reaktor eins des Akw Fukushima Daiichi vorbei.

Sollte sich das Wasser so weit erwärmen, dass es zu verdampfen beginne, sei man darauf vorbereitet, Wasser zur Kühlung in die Abklingbecken zu führen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen Sprecher von Tepco.

Als Ursache für den Stromausfall vom Vorabend wird ein Problem an einer Behelfs-Schaltanlage vermutet, berichteten Medien weiter. Insgesamt seien durch den Stromausfall neun Anlagen in der Atomruine betroffenen, so Tepco. Die Regierung hatte Ende vergangenen Jahres erklärt, das havarierte Atomkraftwerk sei unter Kontrolle. (dpa)

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