Japan : Weltgrößte Robotermesse eröffnet

Eine Rekordzahl von 199 Unternehmen und 66 Organisationen zeigen auf der iRex 2007 bis zum 1. Dezember Roboter der unterschiedlichsten Art, von Industriemaschinen bis zu zweibeinigen Humanoiden. Bis zu 130.000 Besucher werden erwartet.

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Kurios. Der High-Tech-Patient in seiner Rohform. -Foto: AFP

Branchenexperten sehen hinter der großen Zahl an Ausstellern die wachsende Nachfrage nach Industrierobotern. Zunehmender Aufmerksamkeit erfreuen sich außerdem Roboter, die sich quasi als Partner des Menschen unter anderem bei der Altenpflege nützlich machen oder das Reinigungs- und Wachpersonal in Gebäuden verstärken sollen. Was solche hilfreichen Automaten noch so alles drauf haben, bekommen die Besucher der Messe in Tokio am letzten Tag zu sehen, wenn zweibeinige Roboter zum Ringkampf antreten. Die Veranstalter der Messe erwarten in diesem Jahr rund 130.000 Besucher.

Zahnärzte lernen Feingefühl am Roboter

Mehr Feingefühl sollen Japans Zahnärzte mit Hilfe eines Roboters lernen, der bei der Ausbildung von Jung-Dentisten "Aua" rufen kann, wenn ein Nerv angebohrt wird. Der Roboter, der von der japanischen Firma Kokoro auf einer Roboter-Messe in Tokio vorgestellt wurde, sieht aus wie eine attraktive junge Frau mit langen schwarzen Haaren und einem rosafarbenen Pullover. Die High-Tech-Patientin kann sogar Anweisungen verstehen und mit Handbewegungen oder Augenrollen auf Schmerz reagieren. Der Roboter namens "Simroid" solle für Fortbildungen und an Zahnarztschulen verwendet werden, sagte Firmensprecher Tatsuo Matsuzaki.

Die 1,60 Meter große, elektronische Patientin kann auch "Das tut weh" sagen und die Stirn runzeln, wenn das Bohren unangenehm wird. "Weil es so realistisch ist, können Zahnarztschüler die Empfindungen ihrer Patienten regelrecht sehen, sie können gute Fertigkeiten entwickeln und den Patienten nicht wie einen Gegenstand, sondern wie ein menschliches Wesen behandeln", versicherte Matsuzaki. "Auf diese Weise können wir an menschlichem Schmerz Anteil nehmen, ohne Menschen wehzutun", sagte der Roboter-Experte. Schließlich sei es wichtig, gute Behandlungstechniken zu lernen, doch "genauso wichtig, zu wissen, wie ein Patient sich fühlt".

Roboter schützt sich vor sexueller Nötigung

Auch für den Fall, dass der attraktive Roboter junge Ärzte zu verbotenen Gesten hinreißen könnte, ist vorgesorgt: Ein Sensor im Bereich der Brust schlägt Alarm, wenn der Zahnarzt seine Hände außerhalb seines Arbeitsbereiches auflegt. (nal/dpa/AFP)

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