Japans Gesundheitssystem : Von 14 Krankenhäusern abgewiesen: Japaner stirbt

Er hatte einen Verkehrsunfall und musste medizinisch versorgt werden – doch insgesamt 14 Krankenhäuser in Japan weigerten sich, den Verletzten aufzunehmen.

TokioIn Japan ist ein verletzter Radfahrer von 14 Krankenhäusern abgewiesen worden und dann gestorben. Die Kliniken hätten alle darauf verwiesen, dass sie schon überfüllt seien, berichteten die Behörden am Mittwoch. Der 69-Jährige war in Itami im Westen des Landes bei einem Verkehrsunfall verletzt worden. Nachdem ihn 14 Krankenhäuser nicht aufnahmen, fanden die Rettungskräfte schließlich nach drei Stunden eine Klinik für ihn. Dort erlag der Radfahrer seinen Verletzungen.

Es ist nicht der erste derartige Vorfall in Japan. Im Oktober vergangenen Jahres war eine 36-jährige Schwangere gestorben, nachdem sie von sieben Krankenhäusern in Tokio abgewiesen worden war. Daraufhin war ein Sturm der Entrüstung durch das Land gegangen und der Ruf nach Reformen laut geworden.

In Japan wollen angeblich immer weniger junge Leute Arzt werden. Der Job ist schlechter bezahlt als in anderen Industrieländern, zudem sind die Arbeitszeiten in den Kliniken extrem lang. (jnb/AFP)

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