Welt : Japans Vulkan hält Bevölkerung weiter in Atem

Ein erneuter heftiger Ausbruch des nordjapanischen Vulkans Usu hat am Sonntag die Bevölkerung weiter in Atem gehalten. Der Berg schleuderte Asche und heiße Gesteinsbrocken in die Luft. Graue Rauchwolken stiegen bis zu zwei Kilometer in den Himmel, teilte das Meteorologische Zentrum mit. Die Häufigkeit der spürbaren vulkanischen Erdbeben habe derweil weiter abgenommen. Experten gehen davon aus, dass die momentane Lage noch eine Zeit lang andauert. Seit dem ersten Ausbruch am Freitag hätten sich an zwei Stellen zehn neue Krater gebildet. Lava sei aber nicht ausgetreten.

Die Behörden warnten angesichts von Schneefällen weiter davor, dass die Explosionen Schlammlawinen lostreten könnten. Seit Mitte der vergangenen Woche waren rund 17 000 Menschen aus der Gefahrenzone gebracht worden. Während viele bereits die sechste Nacht in Notunterkünften verbrachten, erlaubten die Behörden am Sonntag 2200 Bewohnern eines Stadtteils in Date, wieder nach Hause zu gehen. Viele andere hingegen sind erschöpft, weil sie immer wieder an andere Orte in Sicherheit gebracht werden mussten. Eine Krankenschwester zog auf diese Weise schon vier Mal mit ihren Kindern in andere Lager um.

Laut einer am Abend zusammengetretenen Kommission von Vulkanexperten wurden seit Freitag Eruptionen und Aktivitäten im Inneren des Vulkans nur auf den nordwestlichen Berghängen ausgemacht. Sie glichen einer Serie von Eruptionen im Jahre 1910.

Die Behörden schickten Ärzte und Krankenschwestern zur medizinischen und psychologischen Betreuung in die Notunterkünfte. Alte und kranke Bewohner leiden zunehmend unter Erschöpfung.

Die Behörden organisierten einen Buspendelverkehr, damit die Bewohner auch einkaufen und Krankenhäuser besuchen können. Sollte eine längerfristige Evakuierung notwendig werden, wollte die Regierung Behelfsunterkünfte bauen. Tourismusbetriebe berichteten über erste Stornierungen und fürchten empfindliche Einbußen. Für die Vorhersage des Vulkansausbruchs und die schnelle Evakuierung bekamen die Wissenschaftler und Behörden Lob von Seiten der Medien. Bisher gab es weder Berichte über Verletzte noch über größere Schäden. Einzelne Häuser seien von Vulkanasche und Gesteinsbrocken leicht beschädigt worden, berichteten Medien.

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