Welt : Jedes fünfte Kleinkind kennt Kopfweh

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Berlin - Jedes fünfte Kind im Vorschulalter und mehr als die Hälfte der Kinder am Ende der Grundschulzeit kennen bereits Kopfschmerzen. Dies erklärte Stefan Evers, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses am Mittwoch in Berlin. „Chronische Kopfschmerzen müssen deshalb auch schon im Kindesalter frühzeitig und grundlegend behandelt werden“, erklärte Evers. Neben der Medikamentenbehandlung empfehlen Experten vorbeugende Maßnahmen und Therapien ohne Medikamente.

Im Durchschnitt fallen Kinder mit regelmäßigen Kopfschmerzen mindestens einen Tag pro Monat in der Schule aus. Bei leichten Verläufen von Migräne bei Kindern hilft es laut Evers häufig schon, wenn sich die Betroffenen in einem abgedunkelten und akustisch gedämpften Raum hinlegen. Ein kalter Lappen auf der Stirn, das Einmassieren von Pfefferminzöl an Schläfe, Scheitel und Nacken kann ebenfalls helfen, leichte bis mittelstarke Kopfschmerzen effektiv zu lindern. Erst wenn dies nicht hilft, empfiehlt die Fachgesellschaft eine medikamentöse Akuttherapie.

Nur wenn ein Kind mehr als drei Migräneattacken im Monat erleide, häufig in der Schule fehle, jeweils länger als zwei Tage am Stück oder unter besonders starken Schmerzen leide, sei eine prophylaktische Behandlung sinnvoll. Wegen teils erheblicher Nebenwirkungen bei Arzneien raten die Experten eher zu verhaltensmedizinischen Verfahren, die bei Kindern eine sehr hohe Erfolgsrate aufweisen.

Zwischen 3,7 und 10,6 Prozent der Kinder bis zwölf Jahren haben den Angaben zufolge bereits einen Migräneanfall erlebt. Es gebe Hinweise, dass die Häufigkeit in den vergangenen 30 Jahren gestiegen ist. Wer in der Kindheit eine Migräne entwickelt, muss mit über 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit damit rechnen, auch nach der Pubertät regelmäßig unter Migräne zu leiden. AFP

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