Jemen : Deutsche Geiseln sind frei

Die Architektin Julia T. und ihre Eltern sind am Sonntag von fünf bewaffneten Angehörigen eines jemenitischen Stammes entführt worden. Doch jetzt sind die drei Deutschen wieder frei und in guter gesundheitlicher Verfassung. Das hat die deutsche Botschaft jetzt bestätigt.

Jemen
Bani Dhabyan. Hier haben die Entführer die drei Deutschen festgehalten. -Foto: dpa

Sanaa Die drei deutschen Geiseln im Jemen sind frei und bei guter gesundheitlicher Verfassung. Das hat jetzt die deutsche Botschaft und ein ein Vertrauter des Verhandlungsführers der Regierung, Abdul-Kawi Obad, bestätigt. Seinen Angaben zufolge nahmen die Architektin Julia T. und ihre Eltern nach ihrer Freilassung ein Mittagessen im Haus des Verhandlungsführers ein. Sein Haus liegt in einem Dorf, das nicht weit von dem Dorf entfernt sei, in dem die Familie aus Schleswig-Holstein gefangen gehalten worden war. Die drei Deutschen sollten noch im Laufe des Tages in die rund 60 Kilometer entfernte Hauptstadt Sanaa gebracht werden. Die Deutschen waren am vergangenen Sonntag während eines Ausfluges von fünf bewaffneten Angehörigen des Abu-Dhabian-Stammes verschleppt worden.

Der Anführer der Kidnapper, Abdu-Rahu Saleh al-Tam, hatte kurz vor der Freilassung erklärt, er habe die Deutschen an einen anderen Ort unweit ihres alten Verstecks gebracht, weil er eine Befreiungsaktion befürchte. Al-Tam hatte die Deutschen entführt, um die jemenitische Regierung zu zwingen, seinen Sohn und einen seiner Brüder freizulassen, die wegen einer früheren Entführung im Gefängnis sitzen. Außerdem hatte er eine finanzielle Entschädigung für ein Grundstücksgeschäft gefordert, bei dem sich seine Familie übervorteilt gefühlt hatte. Aus Kreisen der Verhandlungsführer hieß es am Freitag, die zwei Angehörigen von Al-Tam seien nicht freigelassen worden. Die Regierung habe den Kidnappern jedoch versprochen, sich binnen einer Woche noch einmal eingehend mit dem Fall zu befassen. (bai/dpa)

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