Jersey : Missbrauchs-Opfer enthüllen grausame Details

Nach der Entdeckung einer verwesten Kinderleiche in einem ehemaligen Kinderheim auf der britischen Kanalinsel Jersey melden sich immer mehr Zeugen, die über sexuellen Missbrauch von Mädchen und Jungen in der Einrichtung berichten. Die örtliche Polizei vermutet noch weitere Leichen in dem Gebäude.

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Haus des Schreckens: In diesem ehemaligen Kinderheim soll das Pflegepersonal 40 Jahre lang schutzbefohlene Kinder sexuell...Foto: afp

LondonSystematisch seien in dem Heim "Haut de la Garenne" in der Ortschaft St. Martin ältere Kinder von Angestellten angestachelt worden, Jüngere anzugreifen und zu vergewaltigen, berichtet der heute 59-jährige Peter Hannaford. Er selbst sei als Heimkind mit zwölf Jahren "fast jede Nacht" Opfer solcher Gewalttaten geworden.

Andere Zeugen berichten, dass sich Heim-Mitarbeiter bei Partys betranken und sich gezielt die "schwächsten Kinder" für sexuellen Missbrauch aussuchten. "Vergewaltigungen von Mädchen ebenso wie Jungen in allen Altersgruppen waren an der Tagesordnung", berichtet eine heute 49 Jahre alte ehemalige Heimbewohnerin.

Insgesamt hätten sich inzwischen mehr als 150 mutmaßliche Opfer und Zeugen von Vergewaltigungen gemeldet, die bis Anfang der 60er Jahre zurückreichen sollen, heißt es bei der Polizei. Mit der Entdeckung weiterer Kinderleichen wird gerechnet, nachdem speziell abgerichtete Spürhunde angeschlagen haben. Bevor in dem Gebäude, das heute eine Jugendherberge ist, bei der weiteren Suche Fundamente aufgegraben werden und Mauerwerk abgetragen wird, muss die Statik untersucht werden, um einen Einsturz zu verhindern. (iba/dpa)

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