Welt : Jetzt drohen Seuchen

Flut in Indien und Bangladesch: Millionen von Menschen sind bedroht

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Neu Delhi/Dhaka/Genf In den Überschwemmungsgebieten Indiens und Bangladeschs drohen Millionen Menschen durch verseuchtes Trinkwasser schwere oder tödliche Krankheiten. Hilfsorganisationen warnten am Mittwoch vor dem Ausbruch von Cholera-, Typhus- und Ruhr-Epidemien und riefen zu Spenden auf. Vor allem Kleinkinder hätten den Krankheiten oft nichts entgegenzusetzen. In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka suchten 25000 Menschen in Notunterkünften Schutz, 30 Millionen Menschen wurden im ganzen Land bisher obdachlos. Bis zum Wochenende drohen die Fluten in vielen der 26 Hochwasser führenden Flüssen und Strömen Bangladeschs weiter anzusteigen.

Auch im Osten Indiens wird die Lage für Millionen von Menschen immer verzweifelter. „Seit Menschengedenken hat es in Assam noch nie so schwere Überschwemmungen gegeben“, sagte Rudolph Schwenk, der deutsche Leiter des Kinderhilfswerks Unicef in dem indischen Bundesstaat. Viele Menschen hocken auf den Dächern ihrer Häuser und warten auf Versorgung aus der Luft. In das Notstandsgebiet sollen in diesen Tagen insgesamt 3,7 Millionen Trinkwassertabletten sowie eine Million Päckchen mit einer Zucker-Salz-Lösung gegen innere Austrocknung und Durchfall geliefert werden.

Rund 1,5 Millionen Opfer der Flutkatastrophen in Teilen Indiens, Bangladeschs und Nepals bräuchten jetzt Nahrungsmittel, Notunterkünfte, Wasseraufbereitung und Kleidung, berichtete die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf. Umgerechnet mehr als sieben Millionen Euro seien erforderlich. Die meisten der insgesamt mehr als 40 Millionen Flutopfer seien Kinder und Frauen, berichtete Unicef. In Bangladesch haben nach IFRC-Angaben die schlimmsten Überschwemmungen seit 1988 besonders im Norden, Nordosten und im Zentrum des Landes tausende Hektar Ackerland zerstört. Die Rotkreuz- Gesellschaften gehen davon aus, dass etwa eine Million Menschen in Bangladesch in den kommenden sechs Monaten Überlebenshilfe benötigt. Insgesamt kamen in der Region wahrscheinlich bei weitem mehr als 1000 Menschen um. dpa

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