Jetzt Victoria betroffen : Neue Fluten in Australien

Nach den Fluten im Nordosten ist nun auch der Süden Australiens vom Hochwasser bedroht. Ein achtjähriger Junge kam bereits ums Leben. Die Regierung will den Wiederaufbau in den Katastrophengebieten eventuell mit einer Sondersteuer finanzieren.

18. Januar: Auf die Fluten im Nordosten Australiens folgen neue Überschwemmungen. Diesmal ist der Bundesstaat Victoria betroffen. Die Innenstadt der 14.000-Einwohner-Stadt Horsham steht rund einen Meter unter Wasser.Weitere Bilder anzeigen
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13.01.2011 14:4118. Januar: Auf die Fluten im Nordosten Australiens folgen neue Überschwemmungen. Diesmal ist der Bundesstaat Victoria betroffen....

In Australien ist kein Ende der Hochwasserkatastrophe in Sicht. Am Dienstag stand zuerst die Innenstadt der 14.000-Einwohner-Stadt Horsham im Bundesstaat Victoria einen Meter unter Wasser. So schlimme Überschwemmungen gab es dort seit mehr als 100 Jahren nicht mehr. Als das Wasser dort langsam zurückging, meldete Warracknabeal im Nordwesten des Bundesstaates Flutalarm. Auch dort wird mit Rekordmarken der lokalen Flüsse gerechnet. Mehr als 50 Ortschaften sind in Victoria bedroht.

Bei den Überschwemmungen im Süden Australiens kam ein achtjähriger Junge ums Leben. Das Kind war bis Dienstag das erste Todesopfer im Bundesstaat Victoria, seit das Hochwasser nach dem Nordosten des Landes auch dem Süden erfasst hat. Der Junge war am Montag in einem Wasserloch in der Nähe der Stadt Shepparton verschwunden. Am Dienstag fanden Taucher die Leiche des Kindes.

Nach den schweren Überschwemmungen in Queensland an der Nordostküste, die als die schlimmste Naturkatastrophe in Australiens Geschichte gelten, steigt das Wasser jetzt im Südosten. In Warracknabeal, gut 300 Kilometer nordwestlich von Melbourne, drängten die Behörden die 2500 Einwohner, ihre Häuser zu verlassen. Der Fluss Yarriambiack war bedrohlich angeschwollen.

Auch in Quantong und Jeparit drohten Überschwemmungen. In Kerang mit fast 4000 Einwohnern war das Elektrizitätswerk in Gefahr. Der Fluss Loddon drohte den Ort von der Außenwelt abzuschneiden.

Die Regierung schließt eine Sondersteuer nicht aus, um die Milliardenschäden der Naturkatastrophe zu bezahlen. „Ich weiß, dass für den Wiederaufbau viel Geld und viele Anstrengungen nötig sind“, sagte Premierministerin Julia Gillard. Noch fehle der Überblick, um die erforderliche Summe sagen zu können. Die ANZ-Bank schätzt die Schäden auf 20 Milliarden australische Dollar - rund 15 Milliarden Euro. (dpa/AFP)

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