Welt : Jetzt wird der Gallier richtig wütend

Depardieu verlangt etwas mehr Respekt.

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Paris - Gérard Depardieu hat auf die Kritik an seiner Steuerflucht nach Belgien mit einer persönlichen Attacke auf Frankreichs Premierminister Jean-Marc Ayrault reagiert und den Verzicht auf seine französische Staatsbürgerschaft angekündigt. In einem offenen Brief an den sozialistischen Regierungschef, den die Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“ veröffentlichte, erklärte sich der Filmstar von diesem „beleidigt“. Er verlange nicht, dass man ihm zustimme, aber wenigstens könnte man ihn respektieren.

Ayrault hatte vergangene Woche in einem Fernsehinterview zu den Umzugsplänen des Schauspielers gesagt: „Er ist ein großer Star. Alle lieben ihn als Künstler. Aber sich auf die andere Seite der Grenze zu begeben, nur um keine Steuern zu zahlen, das ist ziemlich erbärmlich.“

Depardieu hält ihm nun in wütendem Ton vor: „Erbärmlich? Sie haben ‚erbärmlich’ gesagt? Wie erbärmlich ist das doch!“ Er habe mit 14 Jahren angefangen zu arbeiten, er beschäftige 80 Mitarbeiter und habe immer seine Steuern bezahlt, in 45 Jahren 145 Millionen Euro, in diesem Jahr 85 Prozent seiner Einkünfte. „Ich weise das Wort ‚erbärmlich’ zurück. Ich gehe, weil Sie meinen, den Erfolg, das Kreative, das Talent müssten bestraft werden.“

Er gebe seinen Pass zurück und seine Sozialversicherungskarte, die er niemals gebraucht habe. „Wir haben nicht mehr dasselbe Vaterland“, schreibt er. „Wer sind Sie, um mich so zu beurteilen, ich frage Sie, Monsieur Ayrault, Premierminister von Monsieur Hollande, wer sind Sie?“

Der Schriftsteller Michel Houellebecq, der vor den Steuern nach Irland geflüchtet war, hat dagegen angekündigt, nach Frankreich zurückzukehren. „Geld ist nicht das Wichtigste.“ Hans-Hagen Bremer

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