Josef Fritzl : "Ich habe eine bösartige Ader"

Ein psychiatrisches Gutachten des Inzesttäters Josef Fritzl ist in die Öffentlichkeit gelangt. Darin heißt es unter anderem, er sei nach eigener Ansicht "zum Vergewaltigen geboren". Seine Psychiaterin hält ihn für krank, aber dennoch straffähig.

WienDer Inzest-Täter von Amstetten, Josef Fritzl, hofft trotz aller grausamen Verbrechen an seiner Tochter nach wie vor, seinen Lebensabend im Kreise der Familie verbringen zu dürfen. Dies geht aus dem psychologischen Gutachten über den 73-Jährigen hervor, über das die österreichische Zeitungen am Mittwoch in Auszügen berichteten. Fritzl soll möglicherweise noch in diesem Dezember oder Anfang 2009 vor Gericht gestellt werden.

In dem vor wenigen Wochen abgeschlossenen Gutachten kommt die Psychiaterin Heidi Kastner laut "Kronenzeitung" zu dem Schluss, dass Fritzl, der seine Tochter 24 Jahre lang in ein Kellerverlies einsperrte und sie angeblich mehrere tausendmal vergewaltigte, zurechnungsfähig sei. Josef Fritzl sei zwar "krank", aber zugleich auch straffähig: "Er ist straffähig, muss aber in eine Anstalt, denn die Rückfallgefahr ist in seinem Fall hoch", heißt es in dem Blatt.

Laut Gutachten wurde Fritzl in seiner Kindheit selbst jahrelang von seiner Mutter misshandelt und erniedrigt. Die erlittenen Misshandlungen erklärten zum Teil, warum der heute 73-jährige Josef Fritzl seine eigene Tochter jahrelang gefangengehalten und vergewaltigt habe, zitierte  die Zeitschrift "Österreich" aus dem psychiatrisches Gutachten. Fritzl habe in einer Atmosphäre ständiger unvorhersehbarer und unprovozierter Angriffe durch seine Mutter gelebt, schrieb das Blatt unter Berufung auf Kastner.

"Ich habe eine bösartige Ader"

Fritzl selbst sagt laut Gutachten über sich, er habe festgestellt, dass er eine "bösartige Ader" habe. Er sei "zum Vergewaltigen geboren". Der Mann, der bei den Vergewaltigungen der Tochter insgesamt sieben Kinder zeugte, habe mit der Gefangenschaft seiner Tochter für seine Perversion die "Ideallösung" gefunden. Sein Leben spiegele seine Seele wider: "Oben" das biedere Haus, das biedere Leben, während er im Keller des Hauses seine "böse Seite" habe ausleben können.

Seine Ende April aus der Gefangenschaft befreite Tochter habe Fritzl als seinen Besitz betrachtet. Er sei überzeugt gewesen, dass seine Tochter für den Rest ihres Lebens ihm gehören würde. "Selbst nach ihrer Befreiung würde sie für keinen anderen Mann mehr attraktiv sein können", heißt es in der "Kronenzeitung". (ut/dpa)

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