Welt : Jury sieht Sex-Zeitschriften als Beweismaterial

Im Prozess gegen Michael Jackson hat die Anklage Sex-Zeitschriften mit Fingerabdrücken von Jackson und dem Beschuldigers als Beweismaterial eingebracht. Diese sind auf Michael Jacksons Neverland Ranch bei einer Razzia konfisziert worden.

Santa Maria (17.03.2005, 15:10 Uhr) - Die Jury im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson hat am Mittwoch Einzelheiten über die polizeilichen Ermittlungen in dem Fall erfahren. So räumte ein Polizist im Gericht von Santa Maria (Kalifornien) ein, dass Sex-Zeitschriften, die bei einer Razzia auf Jacksons Neverland Ranch konfisziert worden waren, zunächst nicht auf Fingerabdrücke untersucht wurden. Die Anklage hat ein Magazin mit den Fingerabdrücken von Jackson und dem heute 15 Jahre alten Beschuldiger als Beweismittel eingebracht.

Dem Beamten zufolge wurden die Tests erst nach der Grand-Jury-Anklage vor einem Jahr durchgeführt. Bei den damaligen Anhörungen habe der Junge die Hefte angefasst und Spuren hinterlassen, argumentierten Jacksons Verteidiger nach Angaben der «Los Angeles Times». Alle Magazine seien legal erhältlich, hob die Verteidigung hervor. Einige waren erst zu einem Zeitpunkt im Handel, als die Familie des Beschuldigers schon Jacksons Neverland verlassen hatte.

Die Zuverlässigkeit der Aussage des angeblichen Opfers stand am Mittwoch erneut im Mittelpunkt. Der Junge habe ihm von fünf bis sieben Belästigungsvorfällen erzählt, gab Ermittler Steve Robel im Zeugenstand zu Protokoll. «Er (der Junge) konnte es nicht genau darlegen, aber er glaubte, dass es mehr als zwei Mal passierte», führte Robel aus. Im Zeugenstand hatte der Jugendliche nur zwei Vorfälle angeblicher sexueller Belästigung beschrieben.

Jackson wird vorgeworfen, den damals 13 Jahre alten Jungen sexuell missbraucht und ihn dafür unter Alkohol gesetzt zu haben. Der Popstar hat die Anschuldigungen wiederholt bestritten.

Richter Rodney Melville hat für die kommende Woche eine Anhörung anberaumt über die Zulässigkeit von früheren Anschuldigungen anderer Jungen. Die Staatsanwaltschaft will Missbrauchsvorwürfe aus dem Jahr 1993 in das laufende Verfahren einbringen, die damals nicht vor Gericht gekommen waren. Der Beschuldiger und Jackson hatten sich über eine Millionen-Abfindung geeinigt. (tso) ()

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