Justiz : Französischer Häftling im Gefängnishof erschossen

Gezielter Schuss: Aus 300 Metern Entfernung wurde ein Häftling in einem französischen Gefängnis erschossen. Das Opfer hatte offenbar Verbindungen zur schweren Bandenkriminalität. Die Justizministerin Dati war entsetzt und forderte mehr Sicherheit für die Insassen.

ParisEin Heckenschütze hat einen Häftling auf dem Hof eines Gefängnisses von einem benachbarten Hügel aus erschossen. Es handle sich vermutlich um einen Fall von Bandenkriminalität, berichteten französische Medien am Montag unter Berufung auf Justizkreise. Die ungewöhnliche Bluttat hatte am Sonntagabend eine Häftlingsrevolte in dem Gefängnis bei Grenoble in den französischen Alpen ausgelöst. Insassen randalierten und legten Feuer, die am späten Abend gelöscht wurden. "Das ist ein Drama für die Familie und für die Justiz", sagte Justizministerin Rachida Dati, die noch vor Mitternacht zum Tatort eilte. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen.

Der Täter hatte nach ersten Ergebnissen aus 300 Metern Entfernung in den Gefängnishof geschossen. Sein Opfer habe "Verbindungen zur schweren Bandenkriminalität von Grenoble" gehabt. Nach Informationen des Senders RTL handelt es sich bei dem Opfer um einen 29-Jährigen, der eine achtjährige Haftstrafe wegen bewaffneter Überfälle verbüßte. Der Tatverdächtige wurde in der Nähe des Gefängnisses gefasst. Der Motorradfahrer habe ein Gewehr mit Zielfernrohr gehabt, sagte Dati. Die Waffe sei noch warm gewesen.

Während der Häftlingsrevolte waren in dem Gefängnis etwa 100 Gendarmen und Feuerwehrleute zusätzlich im Einsatz. Dati kündigte eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen an. So sollen die Gefängnismauern erhöht, mehr Überwachungskameras installiert und Handygespräche gestört werden. Das Gefängnispersonal hatte zuvor vergeblich auf Sicherheitslücken hingewiesen. In Grenoble war es in den vergangenen beiden Jahren mehrfach zu brutalen Abrechnungen im Drogenmilieu gekommen. (saw / dpa)

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