JVA Celle : Gefangene misshandeln Mithäftling

In Celle sollen zwei Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt einen Zellengenossen misshandelt, vergewaltigt und lebensgefährlich verletzt haben. Vermutlich haben sie auch mit dem Gedanken gespielt, ihr Opfer zu töten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun.

CelleDas stundenlange Martyrium des 28-Jährigen hat sich bereits im Januar ereignet, teilt die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Celle mit. Sie erhebt gegen die 33 und 28 Jahre alten Männer beim Landgericht Lüneburg Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung. Dem 33-jährigen mutmaßlichen Haupttäter wird außerdem Vergewaltigung vorgeworfen. Er soll das Opfer zum Anal- und Oralverkehr gezwungen haben. Die Angeschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft.

"Aus heiterem Himmel" habe der Gewaltexzess in der Nacht zum 20. Januar begonnen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Laut Anklage hätten die beiden Männer ihren Zellengenossen zunächst aus nicht nachvollziehbarem Anlass mit dutzenden Schlägen und Tritten traktiert. Der 28-Jährige erlitt den Angaben zufolge dabei am Kopf "potenziell lebensbedrohliche Verletzungen". Von ihrem zwischenzeitlichen Vorhaben, das Opfer zu erhängen oder sich erhängen zu lassen, hätten die Angeschuldigten jedoch abgelassen. Unter Androhung weiterer Schläge habe der 33-jährige Haupttäter den 28-Jährigen in derselben Nacht vergewaltigt.

Dieser sitzt in dem Celler Gefängnis eine achtmonatige Freiheitsstrafe wegen mehrfachen Schwarzfahrens ab. Er wandte sich erst anderthalb Tage nach dem Vorfall an einen Mithäftling. Als er sich wegen der schweren Kopfverletzungen zudem medizinisch behandeln lassen musste, vertraute er sich auch dem Arzt an. Der bereits wegen Gewaltdelikten vorbestrafte mutmaßliche Haupttäter verweigerte bislang die Aussage. Er verbüßt eine fünfjährige Freiheitsstrafe wegen schwerer räuberischer Erpressung. Der zum Tatzeitpunkt wegen Diebstahls einsitzende mutmaßliche Mittäter bestreitet eine Beteiligung an der Tat. (sba/AFP)

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