Welt : Kachelmanns Anwalt besteht auf Publikum

Mannheim - Gereizte Stimmung im Prozess gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann: Mit lautem Murren haben die Zuhörer am 26. Verhandlungstag die Entscheidung des Landgerichts Mannheim quittiert, für die Befragung des Trauma-Forschers Günter Seidler die Öffentlichkeit erneut auszuschließen. Zwischendrin gab es sogar Buhrufe. Das Gericht wies am Donnerstag den Antrag von Kachelmanns Anwalt zurück, dem Therapeuten von Kachelmanns Ex-Geliebter mehrere Fragen vor Zuhörern und Journalisten zu stellen. Seidler ist bisher ausschließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt worden.

Kachelmanns Verteidigung wollte durch die öffentliche Befragung offenbar weitere Zweifel an Seidlers Glaubwürdigkeit schüren. Anwalt Johann Schwenn wollte vor allem wissen, ob der Vorsitzende Richter des Oberlandesgerichts Karlsruhe, das am 29. Juli selbst den Haftbefehl gegen Kachelmann aufgehoben hatte, anschließend Sorge um die Ex-Geliebte und ihren Therapeuten geäußert habe. Nach den Notizen von Seidler soll der Anwalt der 37- jährigen Frau, Thomas Franz, den Therapeuten über einen entsprechenden Anruf des Richters informiert haben. Das Gericht schloss die Öffentlichkeit für die Befragung Seidlers jedoch erneut aus. Durch die Fragen werde der persönliche Lebensbereich der Ex-Geliebten berührt. Sie beschuldigt Kachelmann, er habe sie vergewaltigt. dpa

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