Welt : Kälte fordert immer mehr Opfer

HAMBURG .Der schneidenden Kälte fallen in Europa immer mehr Menschen zum Opfer.In den vergangenen zwei Wochen erfroren vor allem ins Osteuropa mindestens 69 Menschen.Allein in Polen starben bis zum Montag 30 Männer und zwei Frauen, wie die Polizei in Warschau mitteilte.Die Opfer waren meist betrunkene Obdachlose.Wegen der nächtlichen Temperaturen von unter minus 20 Grad fanden viele Wohnungslose in den überfüllten Notunterkünften keinen Platz mehr.

In Deutschland wurden für die frierenden Obdachlosen U-Bahn-Stationen geöffnet.In Frankfurt (Main) setzten die Behörden einen "Wärmebus" ein, um Menschen ohne Wohnsitz in die Wärmestuben zu bringen.Auch die U-Bahn-Stationen sind nachts wieder für Wohnungslose geöffnet.

Die Kältewelle brach einige Rekorde.Die Wetterstation im saarländischen Berus meldete minus 10,4 Grad - so frostig war es dort in der letzten November-Dekade seit 1951 nicht mehr.In Deutschland war es nur in den Jahren 1988 und 1965 ähnlich kalt, hieß es.Eine eisige Nacht erlebte erneut Oberstdorf in Bayern: Dort zeigte das Thermometer mit minus 18,6 Grad den tiefsten Wert in Deutschland an.Ab Mitte dieser Woche soll nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes zunächst wieder grau-schmuddeliges Novemberwetter vorherrschen.

In Moskau hat der klirrende Frost in nur zwei Wochen 24 Menschen getötet, zumeist Obdachlose und Betrunkene.Knapp 300 Opfer mußten nach Angaben des Erste-Hilfe- Dienstes mit Erfrierungen und wegen Unterkühlung behandelt werden.Hunderte von Kindern wurden mit Grippe in Krankenhäuser gebracht.

In Frankreich überlebten bislang mindestens sieben Obdachlose die eiskalten Nächte nicht.Infolge des plötzlichen Kälteeinbruchs mit starkem Schneefall schafften im Norden Bulgariens drei ältere Menschen den Heimweg nicht mehr und erfroren.Landesweit waren 80 Ortschaften ohne Strom.

In Österreich kam in der Kälte ein Wanderer im Rentenalter ums Leben.In Wien brach der Verkehr nach dem ersten Schneefall am Montag morgen weitgehend zusammen.In Kalabrien erfror ein 91jähriger in seinem Haus.Am Wochenende hatte es auf Capri zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder geschneit.In vielen Teilen Griechenlands, so auch in der Hauptstadt Athen, richteten heftige Gewitterstürme schwere Schäden an.

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