Kältewelle : Heizung zu teuer: Mehr als zehn Menschen in Ungarn erforen

Schnee und Eisglätte führten auch am Samstag in weiten Teilen Spaniens zu chaotischen Verhältnissen. In Bulgarien stürzten die Temperaturen auf minus 17 Grad ab. In Ungarn erfroren allein in der vergangenen Woche mehr als zehn Menschen, weil sie ihre Heizung nicht bezahlen konnten.

HamburgDie Kältewelle macht den Menschen in Europa weiterhin das Leben schwer. Zahlreiche Straßen vor allem im Norden und in der Mitte Spaniens waren am Samstag gesperrt oder nur mit Ketten befahrbar, teilten die Behörden mit. Auf dem Madrider Flughafen Barajas, der am Freitag wegen des Unwetters mehr als fünf Stunden gesperrt wurde, gab es weiter große Verzögerungen. Tausende Passagiere, deren Flüge gestrichen worden waren, mussten in den Abfertigungshallen übernachten, wie der Rundfunk berichtete.

In Ungarn, wo Tiefsttemperaturen von minus 20 Grad herrschen, erfroren mehr als zehn Menschen mangels Geld für die Heizung in der eigenen Wohnung, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Regierung und Opposition schlugen daraufhin Gesetze vor, um solchen Fällen vorzubeugen. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen erfrieren in Ungarn jeden Winter 300 bis 400 Menschen, davon mehr als 80 Prozent in der eigenen Wohnung. Heizkosten können in Ungarn im Extremfall die Hälfte der Einkünfte eines Rentners ausmachen.

In Frankreich rief das Gesundheitsministerium angesichts der Kältewelle dazu auf, sich mehr um allein stehende Senioren zu kümmern. In den vergangenen Tagen seien überdurchschnittlich viele alte Menschen in die Notaufnahmen gebracht worden. Viele von ihnen hätten sich tagelang nicht nach draußen getraut und seien dehydriert.

Polizei warnt vor dem Betreten von zugefroreren Gewässern

In Rumänien sind seit Ende Dezember 43 Menschen erfroren. Eines der Opfer sei ein dreimonatiges Kleinkind gewesen, teilte das Gesundheitsministerium in Bukarest mit.

Nach mehreren Unfällen auf Seen und Teichen warnte die Polizei erneut vor dem Betreten zugefrorener Gewässer. So brach in Schwerin in der Nacht zum Samstag wieder ein Mensch auf dem Pfaffenteich ein. Wie die Polizei mitteilte, konnte sich der 19-Jährige selbst retten. Er kam mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus. Eis auf den Gewässern machte auch den Binnenschiffern in Deutschland weiter zu schaffen, Eisbrecher waren im Einsatz. Zusammenhängende Eisflächen bildeten sich etwa oberhalb der Schleusen und Wehre auf der Mosel, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Koblenz mitteilte. (jg/AFP)

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