Kältewelle : Rutschpartien auf den Straßen, Flüsse frieren weiter zu

Der Winter lässt nicht locker: Trotz etwas milderer Temperaturen haben auch am Dienstag Blitzeis, Schneeverwehungen und zugefrorene Flüsse für Probleme im Straßenverkehr und in der Schifffahrt gesorgt. In Baden-Württemberg erfror eine Frau nach einem Sturz.

Hamburg Nachdem schon am Montag auf dem gesamten deutschen Abschnitt der Mosel nichts mehr ging, verschärfte sich auch die Lage auf der Elbe. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes ruht mittlerweile der Verkehr zwischen Hamburg und Magdeburg auf einer Strecke von 273 Kilometern. Von Freitag an soll sich dann wieder über ganz Deutschland Dauerfrost ausbreiten, sagten die Meteorologen voraus.

Der Dienstag begann mit einer Rutschpartie für Autofahrer in vielen Teilen Deutschlands. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin sorgte überfrierender Nieselregen für spiegelglatte Fahrbahnen. «Es kracht an jeder Ecke, die Leute rutschen auf den Fußwegen aus, alle Rettungswagen sind unterwegs», sagte ein Polizeisprecher in Anklam in Vorpommern.

Bus mit Schulkindern verunglückt

Im nördlichen Harzvorland registrierte die Polizei mehr als 30 Unfälle mit einem Dutzend Verletzten. Scharfer Wind hatte dort wie auch in Sachsen und Thüringen Schneemassen von Äckern und Wiesen regelrecht aufgetürmt. Im bis zu 50 Zentimeter hohen Schnee blieben etliche Fahrzeuge stecken. Einige Straßen wurden gesperrt.

Bereits am Montag war ein mit 80 Schulkindern besetzter Bus in Niedersachsen mit einem Auto zusammengestoßen. Die Kinder und der Busfahrer seien zum Glück unverletzt geblieben, teilte die Polizei mit. Die 55 Jahre alte Autofahrerin war auf einer schneeglatten Landstraße in den Gegenverkehr geraten und dort mit dem Bus zusammengestoßen.

Frau nach Sturz erfroren

Auf der Elbe sollten Eisbrecher zwischen Geesthacht und Lauenburg in Schleswig-Holstein eine zehn bis fünfzehn Zentimeter dicke Eisdecke aufbrechen. Die Eisdecke hat nach Angaben der Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, Bettina Kalytta, inzwischen eine Ausdehnung von etwa 30 Kilometern. Dieser sogenannte Eisstand entsteht bei Niedrigwasser oberhalb des Geesthachter Wehrs, wenn sich große Schollen vor die Wehröffnung setzen und sich zwischen den Pfeilern verkeilen. Nachfolgende Eisschollen setzen sich gegen diese Barriere, so dass sich der Eisstand schnell stromaufwärts fortsetzt.

In eisiger Kälte war bereits am vergangenen Freitag eine gebrechliche Frau in Baden-Württemberg erfroren. Die 49-Jährige war
nach Angaben der Polizei vom Dienstag auf dem Heimweg von einem Arztbesuch gestürzt. Ein Mann habe die Leiche der Frau am
Samstagmorgen auf einem Feld gefunden. Ein 23-jähriger Mann aus dem Landkreis Göttingen (Niedersachsen) starb, nachdem sein Auto in eine Schneewehe geraten war und sich mehrfach überschlagen hatte. (küs/dpa)

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