Kältewelle : Über 200 Kälte-Tote in Asien

Mehr als 200 Menschen haben in Nordindien und Bangladesch bei der seit knapp einem Monat andauernden Kältewelle bisher ihr Leben verloren. In Teilen Chinas und Japans herrscht ein Schneechaos.

Neu Delhi/Peking/Tokio - Meterhoher Schnee und ungewöhnliche Kälte lassen unzählige Menschen in Asien leiden: Im Erdbebengebiet von Pakistan kämpfen die Obdachlosen weiter bei eisiger Kälte ums Überleben. In China sind 220.000 Menschen durch die seit Tagen tobenden Schneestürme von der Außenwelt abgeschnitten, rund 100 000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. Schneeberge ersticken auch in Japan das öffentliche Leben, dort fielen nach Angaben vom Sonntag seit Anfang Dezember 67 Menschen dem Unwetter zum Opfer.

In Bangladesch starben am Wochenende mindestens 22 Menschen durch die Kälte, darunter viele Kinder. Die Opfer waren zumeist obdachlos. Der Leiter der Rettungskräfte in der am schwersten betroffenen Region Rangpur, Muhammad Noor, sagte, 2000 Decken seien verteilt worden, es würden aber mehr benötigt. In der Hauptstadt Dhaka fielen die Temperaturen auf unter 12 Grad und damit deutlich unter den Normalwert für diese Jahreszeit. Und die Temperaturen sollen nach den Vorhersagen weiter sinken.

Auch Nordindien blieb fest im Griff der Kältewelle. Die indische Hauptstadt Neu Delhi erlebte am Sonntag mit nur 0,2 Grad am frühen Morgen den kältesten Tag seit 71 Jahren, teilte das Wetteramt mit. In Indien starben durch die Kälte bislang mehr als 180 Menschen. Im Erdbebengebiet Pakistans hatte schlechtes Wetter die Hilfe in der vergangenen Woche vorübergehend stark behindert. Im schwer zugänglichen Katastrophengebiet starben mehrere Menschen an den Folgen des Winters.

Über den Nordwesten Chinas fegen seit dem 29. Dezember Schneestürme hinweg, in einigen Gegenden fiel in den vergangenen Tagen ein Meter Schnee, die Temperaturen gingen nachts auf 43 Grad unter Null zurück. Betroffen ist vor allem die zentralasiatische Region Xinjiang, die an die Mongolei und Kasachstan grenzt. Insgesamt leiden hier 620.000 Menschen unter den Schneemassen, rund 6000 wurden durch das Wetter krank. Am schlimmsten trifft es Nomaden, deren Herden kein Futter mehr finden. Die Volksbefreiungsarmee wurde für Räum- und Bergungsarbeiten mobilisiert, wie die staatlichen Medien am Sonntag berichteten.

Auch die japanische Regierung setzte Soldaten ein, um den bedrängten Menschen im Norden des Landes zu helfen. Sie räumen Straßen für Rettungswagen frei und helfen vor allem Älteren, den Schnee von ihren Hausdächer zu fegen. In der Präfektur Aomori wurde ein 58 Jahre alter Mann neben seinem Haus unter einem zwei Meter hohen Schneehügel tot aufgefunden. Seit Beginn der starken Schneefälle wurden mehr als 1000 Menschen verletzt ins Krankenhaus gebracht. (tso/dpa)

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