Kalifornien : Neuntes Opfer des "Weihnachtsmann- Amoklaufs" gefunden

In den Trümmern des abgebrannten Hauses wurde ein weiteres Opfer des Amoklaufs in Kalifornien gefunden. Die Leichen sind so stark verbrannt, dass eine endgültige Identifizierung bisher nicht möglich war. Der Täter richete sich nach dem Amoklauf selbst.

Weihnachtsmann Kaliforinien Amoklauf
Bruce Pardo. Als Weihnachtsmann verkleidet, brachte er den Tod. -Foto: dpa

Los AngelesDie Zahl der Opfer des als Weihnachtsmann verkleideten Amokläufers im US-Bundesstaat Kalifornien hat sich erhöht. Aus den verkohlten Trümmern des von dem Mann niedergebrannten Hauses nahe Los Angeles sei eine neunte Leiche geborgen worden, teilten die Behörden am Freitag mit. Nach Angaben der Polizei hatte der Mann, der sich nach der Tat selbst tötete, ursprünglich einen Fluchtplan und wollte nach Kanada fliegen.

Der 45-jährige Bruce Pardo habe Geldscheine im Wert von insgesamt 17.000 Dollar (12.000 Euro) an seinen Körper geklebt und auch ein Flugticket nach Kanada bei sich gehabt, teilte die Polizei in Los Angeles mit, nachdem sie die Leiche des arbeitslosen Luftfahrtingenieurs untersucht hatte. Nachdem der Mann aber Verbrennungen dritten Grades beim Inbrandstecken des Hauses seiner Ex-Schwiegereltern erlitt, habe er offenbar von seinem ursprünglichen Fluchtplan abgelassen. "Er hat nicht damit gerechnet, das er selbst verletzt wird", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte.

Endgültige Identifizierung der Opfer noch nicht möglich

Zur Identität der Toten machte das gerichtsmedizinische Institut von Los Angeles zunächst keine Angaben. Nach Angaben der örtlichen Presse waren die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters unter den Opfern sowie weitere angeheiratete Verwandte. Die Gerichtsmediziner konnten nach eigenen Angaben noch keines der Opfer endgültig identifizieren, da sie bis zur Unkenntlichkeit verbrannt seien. Es seien Röntgenaufnahmen von Knochen und Zähnen nötig, um die Identität der Toten eindeutig festzustellen, sagte ein Vertreter der Gerichtsmedizin.

Der rund 113 Kilogramm schwere als Weihnachtsmann verkleidete Täter hatte am Mittwoch kurz vor Mitternacht bei seinen ehemaligen Schwiegereltern in Covina, einem ruhigen Vorort von Los Angeles, geklingelt und ein Blutbad angerichtet. Dem achtjährigen Mädchen, das die Tür öffnete, schoss er ins Gesicht. Das Kind überlebte. Anschließend steckte er das Haus mit einem selbstgebauten Flammenwerfer in Brand und beging Selbstmord. Die Polizei fand wenige Stunden später seine Leiche. Er habe sich mit einem Kopfschuss selbst getötet, hieß es.

In einem Leihwagen, der in der Nähe entdeckt wurde, fanden die Ermittler 300 Schuss Munition und eine Sprengfalle. Medienberichten zufolge ging das Fahrzeug in Flammen auf, als Bomben-Experten es bewegten. Laut Polizei litt der Ingenieur nach einem erbitterten Scheidungskrieg unter Beziehungsproblemen. (jg/AFP)

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