Kalifornien : Promi-Paradies in Flammen

Tausende Menschen sind vor den Wald- und Buschbränden in Kalifornien auf der Flucht. Die Villen mehrerer Hollywood-Stars wurden geräumt. Gouverneur Schwarzenegger hat den Notstand ausgerufen.

Barbara Munker[dpa]
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Die Flammen haben schon mindestens 23 Gebäude beschädigt oder zerstört. -Foto: AFP

Los AngelesEin Flammenmeer bedroht den Süden Kaliforniens: Von den heißen Santa-Ana-Winden angepeitsche Feuer haben sich blitzschnell auch in den Millionärs-Siedlungen von Malibu ausgebreitet, wo viele Hollywood-Stars ihre Anwesen haben. In der Nähe von San Diego kam ein Mensch ums Leben. Mindestens 17 Menschen, darunter auch Feuerwehrleute, erlitten Verletzungen.

Die Villen von "Titanic"-Regisseur James Cameron, Schauspielerin und Sängerin Olivia Newton-John und Country-Musikerin Tanya Tucker sind bereits geräumt worden, berichtete der Internetdienst "tmz.com". Die Flammen sind gefährlich nah an ihre Häuser herangekommen. Stars wie Tom Hanks, Jennifer Aniston, Nick Nolte, Sean Penn und Bill Murray haben Luxusdomizile in dem Badeort und Surferparadies nördlich von Los Angeles. Auch der deutsche Showmaster Thomas Gottschalk hat einen Wohnsitz in Malibu.

Mehr als 1400 Feuerwehrleute im Einsatz

Die Flammen haben schon mindestens 23 Gebäude beschädigt oder zerstört, meldete der Nachrichtensender CNN. Eine Kirche und ein 1978 erbautes Privat-Schloss, das kürzlich für 17 Millionen Dollar zum Verkauf stand, brannten "tmz.com" zufolge bis auf die Grundmauern ab. Auch Gebäude direkt an den berühmten Pazifik-Stränden wurden ein Raub der Flammen. Mehr als 1400 Feuerwehrleute kämpfen gegen das Inferno.

"Das Feuer ist noch nicht vorbei", warnte Einsatzleiter Michael Freeman am Sonntagabend, als sich die Lage dank abschwächender Winde leicht entschärft hatte. "Wir sind noch weit davon entfernt." Laut Wetterbericht ist bis Dienstagabend noch mit heftigen Böen und ungewöhnlich warmen Temperaturen bis 30 Grad Celsius zu rechnen. Die Feuerwehr hat Anwohner aufgerufen, sich auf Evakuierungen vorzubereiten.

Dichter Rauch versperrt den Blick aufs Meer und das hügelige Hinterland. "Obwohl es ein sonniger Tag ist, ist die Gegend von schwarzen Rauchwolken und Asche völlig verdunkelt", berichtete ein lokaler Rundfunksender. Vermutlich haben sich die Flammen in der Nacht zum Sonntag durch ein defektes Stromkabel entzündet.

Malibu immer wieder von Feuern bedroht

Die ständige Bedrohung durch Feuer, besonders wenn die Santa-Ana-Winde wehen, ist die Kehrseite des Luxuslebens in dem Nobelort. Bei einem der schlimmsten Brände im Umland von Malibu kamen 1993 drei Menschen ums Leben. Damals brannten knapp 300 Häuser ab, darunter die Villen der Schauspieler Sean Penn und Ali McGraw. Im vergangenen Januar zerstörte eine Feuersbrunst vier Luxusvillen, darunter das Haus der Schauspielerin Suzanne Somers.

Von Santa Barbara bis an die mexikanische Grenze loderten am Wochenende mehr als ein Dutzend große Feuer. Die Flammen verkohlten eine Fläche von 12.000 Hekar Land und zerstörten Dutzende Häuser. Bei dem Toten nahe San Diego handelt es sich vermutlich um einen illegalen Grenzgänger aus Mexiko, berichtete die "Los Angeles Times".

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