Kalifornien : Waldbrände: Erste Erfolge für Feuerwehrleute

Inzwischen sind 16.000 Hektar Land und 800 Wohnunterkünfte zerstört, doch Kaliforniens Feuerwehr gibt sich optimistisch. Die Windgeschwindigkeiten sollen mittlerweile zurückgegangen sein.

Los Angeles
Eine Spur der Verwüstung hinterlässt die Feuerwalze. -Foto: AFP

Los AngelesIn ihrem seit fünf Tagen andauernden Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Kalifornien haben die Feuerwehrleute am Montag erstmals von abflauenden Winden profitiert. "Das Wetter lässt uns optimistisch werden", sagte der kalifornische Feuerwehrchef, Ray Chaney, der "Los Angeles Times". Nach Angaben der US-Agentur für Meteorologie wurden über dem US-Bundesstaat am Montagvormittag nur noch Winde mit einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometer gemessen; vergangene Woche waren es noch bis zu 130 Kilometer pro Stunde. Die Einheimischen kamen angesichts des zerstörerischen Ausmaßes der Brände relativ glimpflich davon: Bisher gab es elf Verletzte.

Nachdem sich die Flammen bis Montag über mehr als 16.000 Hektar Land um Los Angeles gefressen hatten, verzeichneten die Einsatzkräfte erste Erfolge. Den schwersten der drei Brände bei Yorba Linda, Diamond Bar und Corona brachten die Feuerwehrleute zu 40 Prozent unter ihre Kontrolle; am Vorabend hatten sie den Flammen dort noch völlig machtlos gegenübergestanden. Auch in Sylmar, wo eine Wohnwagensiedlung niederbrannte, kamen die Löscharbeiten langsam voran. Den dritten Waldbrand in der Region von Santa Barbara hatten die Feuerwehr nach eigenen Angaben zu 80 Prozent im Griff. Mehrere Tage "sehr harter Arbeit" lägen jedoch noch vor den Einsatzkräften, sagte Feuerwehr-Chef Chaney.

Keine Hinweise auf Tote, nur wenige Verletzte

Vor allem in der vollkommen zerstörten Wohnwagensiedlung in Sylmar hatten die Bewohner offenbar Glück im Unglück. "Derzeit haben wir keine Vermissten und keine Hinweise darauf, dass es Tote gibt", sagte der stellvertrende Polizeichef von Los Angeles, Michael Moore, am Sonntag (Ortszeit), nachdem etwa 30 Prozent des Geländes mit 500 Plätzen im nördlichen Vorort der Metropole durchkämmt worden waren. Auch in den anderen betroffenen Gebieten wurden keine Leichen gefunden.

Die seit Donnerstag wütenden Brände zerstörten zwischen Santa Barbara und Los Angeles bisher 800 Unterkünfte - von exklusiven Villen bis zu mobilen Fertighäusern. "Ich weiß nicht, ob mein Heim noch da ist", sagte eine 61-jährige Bewohnerin eines Appartment-Komplexes in Anaheim Hills. "Ich könnte wohl nirgendwo anders hingehen. Im Moment ist Beten alles, was ich tun kann." Antonio Villaraigosa, Bürgermeister von Los Angeles, sagte, er habe nie zuvor eine solche Verwüstung gesehen.

In Kalifornien kommt es wegen Trockenheit und Hitze immer wieder zu großen Wald- und Buschbränden. Vor gut einem Jahr starben dabei acht Menschen. 2000 Häuser wurden zerstört, über 640.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. (nal/AFP)

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