Kampf gegen Luftverschmutzung : China verschärft Klimaschutzziele für Autos

China leidet unter extrem hoher Luftverschmutzung. Jetzt will Peking den Benzinverbrauch von Autos einschränken.

Dicke Luft. Schwer atmen lässt es sich auf den Straßen Pekings.
Dicke Luft. Schwer atmen lässt es sich auf den Straßen Pekings.Foto: Reuters

Die Maßnahme zur Bekämpfung der Luftverschmutzung könnte vor allem Hersteller von Modellen mit hohem Spritverbrauch erheblich unter Druck setzen. Wie das Industrieministerium in Peking am Donnerstag erklärte, können die entsprechenden Unternehmen öffentlich gebrandmarkt und ihre Produktion beschränkt werden, wenn Limits beim Benzinverbrauch gerissen werden. Das neue Limit für 2015 beträgt 6,9 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer, durchschnittlich für alle verkauften Modelle. Bis 2020 wird das Ziel auf fünf Liter gesenkt, um das Klima mehr zu schützen.

Bis 2020 senkt die Regierung das Ziel auf fünf Liter

Nach Einschätzung des Auto-Experten James Chao vom Analysehaus IHS werden die meisten Hersteller den Wert 2015 einhalten. Doch nach bisherigen Prognosen werden nicht alle die Fünf-Liter-Grenze fünf Jahre später schaffen.

Im vergangenen Jahr verhängte China noch keine Strafen bei Verstößen gegen den Grenzwert. Von den überprüften 85 Herstellern des chinesischen Automarktes lagen 30 Prozent darüber, vor allem heimische Produzenten. Auch 13 ausländische Firmen, die zumeist PS-starke Autos in China verkaufen, verbrauchten mit ihren Modellen mehr Sprit als erlaubt. Darunter war die Volkswagen-Marke Porsche, der US-Konzern General Motors, Nissan aus Japan und Hyundai aus Südkorea.

Außerdem will Peking Millionen Autos aus dem Verkehr ziehen

Bereits im Mai hatte Peking im Kampf gegen die Luftverschmutzung drastische Maßnahmen ergriffen und angekündigt, bis zum Jahresende sollten insgesamt sechs Millionen Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß aus dem Verkehr gezogen werden. Im kommenden Jahr sollen weitere fünf Millionen Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden. Auf Chinas Straßen fuhren zum Ende des vergangenen Jahres nach Zahlen des Innenministeriums 137 Millionen Autos. rtr/dpa

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