• Kampf gegen Ölteppich auf Mississippi 1,5 Millionen Liter Heizöl nach Havarie ausgelaufen

Welt : Kampf gegen Ölteppich auf Mississippi 1,5 Millionen Liter Heizöl nach Havarie ausgelaufen

Washington - Nach einem Tanker-Unglück auf dem Mississippi sind rund 1,5 Million Liter schweres Heizöl ausgelaufen. Das Öl habe sich auf einer Länge von 160 Kilometern ausgebreitet, berichtete die US-Küstenwache am Donnerstag (Ortszeit). Der Verkehr wurde auf einer weiten Strecke des Flusses eingestellt. Rettungskräfte versuchten, auf einer Länge von 15 Kilometern schwimmende Ölsperren zu installieren. Ein dicker, übel riechender Ölteppich trieb langsam flussabwärts. Es handelt sich um die größte Ölverschmutzung auf dem Mississippi seit zehn Jahren, berichteten US-Medien am Freitag. Umweltschützer fürchten vor allem Schäden für die artenreichen Sumpfgebiete im Mississippi-Delta.

 Ein 200 Meter langes Tankschiff war bereits am vergangenen Mittwoch in der Gegend von New Orleans (US-Bundesstaat Louisiana) mit einem Schleppkahn zusammengestoßen. Dabei sei der rund 20 Meter große Schleppkahn, der schweres Öl geladen hatte, praktisch in zwei Teile auseinandergerissen worden. Fast das gesamte Öl sei anschließend ausgelaufen. US-Medien berichteten, der Betreiber des Schleppers, der das mit Öl beladene Boot gezogen hatte, habe keine gültige Lizenz besessen. Die Justiz nahm Ermittlungen gegen den Betreiber des Schleppers auf.

Durch den Ölteppich sei vor allem das empfindliche Ökosystem des riesigen Flussdeltas am Golf von Mexiko gefährdet, berichtete die „Washington Post“. „Wir hatten hier schon eine ganze Reihe solcher Unglücke, aber dieses Öl ist schwer, und die Säuberungsaktion ist daher sehr schwierig“, sagte die Leiterin der Küstenwache, Cheri Ben-lesau.

Zudem drohen schwere wirtschaftliche Ausfälle in der Region: Der Verlust wird auf mindestens 100 000 Dollar täglich (gut 63 000 Euro) geschätzt. Die Küstenwache geht davon aus, dass die Säuberung mehrere Wochen dauern wird. Die Sperrung des Flusses werde aber möglicherweise schneller aufgehoben werden. „Wir hoffen, dass dauert Tage und nicht Wochen“, sagte Ben-lesau.

Mehr als 350 Arbeiter waren dabei, das Öl abzupumpen und die Ufer zu reinigen. Der Vizepräsident der Reederei, für die der Tanker fuhr, teilte mit, sein Unternehmen werde für die Kosten der gesamten Säuberung aufkommen. Zuletzt war es 2005 in der Folge des Hurrikans „Katrina“ zu einer Umweltkatastrophe auf dem Mississippi gekommen. Damals waren rund 25 Millionen Liter Öl in den Fluss geflossen. dpa/AFP

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