Kampf gegen Seeräuber : US-Marine nimmt 17 Piraten fest

Die Seeräuber wurden gefangen genommen, nachdem zuvor ihr Angriff auf einen ägyptischen Frachter gescheitert ist. Bei ihnen wurden Gewehre und eine Panzerfaust gefunden.

Seoul/BerlinEin südkoreanisches und ein amerikanisches Kriegsschiff haben im Golf von Aden nach eigenen Angaben einen Piratenangriff auf ein ägyptisches Schiff abgewehrt. Später hätten die US-Soldaten 17 mutmaßliche Piraten festgenommen und sie anschließend zum Verhör an Bord des Raketenkreuzers "Gettysburg" gebracht.

Das Schiff der Piraten soll bei dem Angriff auf den Frachter als Mutterschiff gedient haben. Die Marine fand dort Gewehre und eine Panzerfaust. Bereits am Mittwoch hatten die Ägypter gemeldet, es sei von Piraten mit Gewehren und Granaten angegriffen worden.

Unterdessen will die Europäische Union (EU) ihr Einsatzgebiet für den Kampf gegen die Piraterie ausweiten. Der Staatssekretär im  Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, kündigte an, dass das Mandatsgebiet für den EU-Einsatz "Atalanta" um die Seychellen erweitert werden soll. Hintergrund sind die sich häufenden Fälle außerhalb der von "Atalanta" kontrollierten Zone.

Auch die Nato plant einen neuen, längerfristigen Einsatz von Kriegsschiffen vor der somalischen Küste. Zu diesem Zweck arbeiten die Botschafter der 28 Mitgliedsstaaten derzeit an den Formulierungen der Einsatzbedingungen. Dabei gehe es um die Festnahme und die gerichtliche Behandlung von Piraten: "Das ist kein einfaches Thema", sagte der Sprecher des Militärbündnisses, James Appathurai. Derzeit kreuzen fünf Fregatten aus den USA und den Niederlanden, Kanada, Portugal und Spanien vor Somalia. Der Nato- Einsatz endet im Juni.

Inzwischen haben die somalischen Seeräuber eine neue Taktik entwickelt, um aus ihren Überfällen Gewinn zu schlagen. Falls eine Reederei kein Lösegeld zahlen will, wollen die Piraten die Ladung künftig verkaufen. (sh/dpa/Reuters)

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