Welt : Kann so etwas in Deutschland passieren?

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Im Normalbetrieb kann der Lokomotivführer bei den Zügen in Deutschland das zulässige Höchsttempo nicht überschreiten. Bis 160 km/h wird die Geschwindigkeit durch Magnete überwacht, die neben dem Gleis liegen. In den schnelleren IC und ICE-Zügen erfolgt die Kontrolle über Signale durch ein im Gleis liegendes Kabel in den Führerstand. Bei zu hohem Tempo werden die Züge zwangsgebremst. An Baustellen gibt es dies aber nicht immer.

ÜBERWACHUNG

Theoretisch kann ein Lokführer in Deutschland auch an keinem Rot zeigenden Signal vorbeifahren. Auch in diesen Fällen wird der Zug zwangsgebremst. Unter besonderen Auflagen darf ein Lokführer aber auch ein Rot-Signal ignorieren.

Auch die Lokführer selbst werden ständig überwacht. In bestimmten Abständen müssen sie einen so genannten Sicherheitsfahrschalter betätigen. Bleibt dies aus, wird der Zug ebenfalls zwangsgebremst.

TEMPOTEST

Vor Aufnahme der Schnellfahrten auf neuen Strecken gibt es Testfahrten. Dabei müssen die Züge die vorgesehene Höchstgeschwindigkeit um zehn Prozent überschreiten. So baut die Bahn von vornherein Reserven ein, falls die zulässige Geschwindigkeit später doch einmal überschritten werden sollte. Zuletzt fanden solche Messfahrten auf der für Tempo 230 ausgebauten Strecke zwischen Berlin und Hamburg statt.

WAS HEISST VERSPÄTUNG?

Bei Verspätungen ist die Bahn in Deutschland großzügig. Als verspätet gilt ein Zug erst, wenn er mehr als fünf Minuten dem Fahrplan hinterherfährt. Die Fahrpläne sind dabei so ausgelegt, dass Reserven bei der Fahrtzeit vorhanden sind. Die Züge fahren deshalb planmäßig nicht immer mit der Maximalgeschwindigkeit. Verspätungen können so durch ein Beschleunigen auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit ausgeglichen werden. Klaus Kurpjuweit

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