Karibik : Hurrikan "Felix" erreicht die Küste - Tausende fliehen

Hurrikan "Felix" ist mit voller Kraft auf die Karibikküste Nicaraguas getroffen. Tausende Menschen brachten sich vor dem Sturm in Sicherheit.

Felix
Tausende Menschen fliehen vor Hurrikan "Felix". -Foto: AFP

Buenos Aires/MiamiDer Wirbelsturm erreichte Windgeschwindigkeiten von 260 Kilometern pro Stunde und wurde vom Nationalen Hurrikanzentrum der USA in Miami auf die Stufe fünf hochgestuft. Dies ist die höchstmögliche Kategorie auf der Saffir-Simpson-Skala und bedeutet, dass von einem Hurrikan "katastrophale Auswirkungen" drohen. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega will einen Besuch in Panama abbrechen, um das Krisenmanagement zu übernehmen. Tausende Menschen brachten sich vor dem Sturm in Sicherheit.
  
Gegen Mittag befand sich das Zentrum des Hurrikans nahe Puerto Cabezas an der Ostküste Nicaraguas. Das Hurrikanzentrum in Miami sagte voraus, dass sich der Sturm weiter in Richtung Westen bewegen und im Laufe des Tages auch das benachbarte Honduras erreichen werde. "Felix" bedroht vor allem die Siedlungen der Miskito-Ureinwohner in der Grenzregion zwischen Nicaragua und Honduras.
  
Rund 570 Soldaten wurden im Norden Nicaraguas eingesetzt, um gefährdete Bevölkerungsgruppen zu warnen und aus dem bedrohten Gebiet zu bringen. Von den 50.000 Ureinwohnern seien 10.000 in Sicherheit gebracht worden, sagte der Direktor des staatlichen Notstandskomitees, Ramón Arnesto Soza.

2000 Menschen in Sicherheit gebracht
 
In Honduras wurden mindestens 2000 Menschen vor dem Sturm in Sicherheit gebracht, vor allem von den Ferieninseln Utila und Guanaja im Norden des Landes. Auch die als paradiesisch geltende Bahia-Inselgruppe 40 Kilometer vor der Küste wurde von Hunderten Touristen geräumt. "Wir bringen seit gestern Touristen und Personal in Sicherheit, die Marine und Fluggesellschaften helfen uns dabei", sagte ein honduranischer Behördensprecher. In der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa gilt Alarmstufe "Rot". Durch Schlammlawinen und Überflutungen gefährdete Gebiete wurden geräumt.
  
Die Vereinten Nationen stehen für Hilfseinsätze bereit. Der Beauftragte des Welternährungsprogramms in El Salvador, Carlos Scaramella, sagte, die Uno habe genügend Lebensmittel gelagert, um in den ersten fünf Tagen einer Katastrophe rund 100.000 Menschen versorgen zu können.
  
"Felix" weckt böse Erinnerungen an den Hurrikan "Mitch", der 1998 in Zentralamerika gewütet und dabei vor allem Honduras getroffen hatte. Mehr als 9000 Menschen waren damals ums Leben gekommen, rund 2,5 Millionen Menschen verloren ihre Bleibe.
  
Über dem Pazifik hat auch der Tropensturm "Henriette" an Stärke gewonnen. Nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami wurden Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometer pro Stunde gemessen. "Henriette" steuert von Westen her auf die mexikanische Küste zu. Über Mexiko war erst vor zwei Wochen der Hurrikan "Dean" hinweggefegt. (mit AFP)



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