Karibik : Tropensturm kostet 20 Menschen das Leben

In der Dominikanischen Republik sind durch die Regenfälle des Tropensturms "Noel" mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere werden noch vermisst. Tausende mussten ihre Häuser verlassen.

Dominikanische Republik
Nicht der Sturm, sondern der Regen ist das Problem. -Foto: AFP

Mexiko-Stadt/Santo DomingoDurch Erdrutsche und Überschwemmungen wurden Hunderte von Häusern beschädigt oder völlig zerstört, berichteten regionale Zeitungen. Touristen kamen nicht zu Schaden. Die Behörden sprechen bisher von elf Toten. Nach Angaben des Reiseveranstalters TUI befinden sich die betroffenen Regionen weit entfernt von Tourismusgebieten. Auch in Haiti entstanden schwere Schäden, vor allem in der Landwirtschaft.

Alarm in der Hauptstadt

Zahlreiche Flüsse auf der Karibikinsel Hispaniola, die sich die Dominikanische Republik und Haiti teilen, sind über die Ufer getreten und haben die Niederungen überschwemmt. Mehrere Ortschaften wurden durch die steigenden Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten. Auch für die Hauptstadt Santo Domingo erhielten die Behörden für heute die "Alarmstufe rot" aufrecht.

"Noel" war am Montag über den Westen der Insel Hispaniola mit den beiden Staaten Haiti und Dominikanische Republik hinweggezogen. Dabei richteten die gewaltigen Regenmassen mehr Schäden an als die Kraft des Sturms. Die Windgeschwindigkeiten im Zentrum des Tropensturms erreichten am Montag bis zu 80 Stundenkilometer. Danach zog der Sturm an der Nordküste Kubas entlang. Am Vormittag bewegte sich "Noel" mit 19 Stundenkilometern weiter in westlicher bis nordwestlicher Richtung. Dabei lagen die Windgeschwindigkeiten im Zentrum bei 95 Stundenkilometern.

Überschwemmungen auf den Bahamas möglich

Starker Regen geht nun auf die östlichen Bahamas nieder. Die Mengen sind nach Angaben von Meteorologen hier nicht ganz so hoch wie auf den bergigen Karibikinseln, aber auch hier sind örtlich Überschwemmungen möglich. "Im Bereich der Bahamas verstärkt sich der Sturm wohl noch, und es ist durchaus möglich, dass er zeitweise Hurrikanstärke erreicht", sagte Hurrikanexperte Thomas Sävert vom Wetterdienst Meteomedia. Jedoch sei eine genaue Vorhersage schwer. Wenn ein Sturm eine bergige Landmasse überquert habe, sei ist er oft schwer zu berechnen. "Noel" ist der 14. Sturm der atlantischen Hurrikan-Saison, die offiziell bis zum 30. November dauert. (mit dpa)

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