Karibik : Wirbelsturm "Noel" fordert mindestens 80 Tote

Die Zahl der Toten durch den sintflutartigen Regen des Tropensturms "Noel" in der Domininkanischen Republik und Haiti ist auf mindestens 80 gestiegen. Jetzt nimmt der Sturm Kurs auf Kuba und die Bahamas.

Santo Domingo/Port-au-PrinceIn der Dominikanischen Republik wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes 56 Menschen getötet. In Haiti kamen laut Zivilschutz mindestens 24 Menschen ums Leben. Vermisst wurden in der Dominikanischen Republik 27, in Haiti 25 Menschen. Zehntausende wurden auf der Insel Hispaniola, die sich beide Länder teilen, obdachlos. In den nächsten beiden Tagen ist weiterhin mit starken Regenfällen zu rechnen.

Dies gilt auch für Kuba. Nach Angaben kubanischer Meteorologen bewegt sich "Noel" mit 13 Stundenkilometer von der Insel in Richtung Bahamas weg. Im Zentrum und Osten der Insel waren rechtzeitig mehr als 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Die Behörden sprachen von Schäden, ohne eine Größenordnung zu nennen. Durch den Sturm wurden etwa 120 Häuser in der Provinz Camanguey und Kaffee-Plantagen zerstört. Opfer wurden bislang nicht gemeldet.

"Noël" bewegte sich am Donnerstag mit etwa acht Stundenkilometern und Sturmböen von knapp 95 Stundenkilometern in Richtung Bahamas. Gegen 7 Uhr MEZ befand sich "Noël" etwa 200 Kilometer südwestlich von Nassau, der Hauptstadt der Bahamas, wie die US-Hurrikanwarte im Bundesstaat Florida mitteilte.

Tausende Häuser und Hütten unter Wasser

Besonders dramatisch war die Lage in der Dominikanischen Republik. Das Schlimmste seien die Überschwemmungen, sagte der Chef des Katastrophenschutzes, Luis Luna Palino. Er rechne mit weiteren Toten. Die Rettungsarbeiten seien schwierig, da es weiter heftig regne. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung war ohne Strom. Tausende Häuser und Hütten stehen seit Montag unter Wasser, Brücken und Straßen wurden zerstört. Zahlreiche Dörfer und Gemeinden waren von der Außenwelt abgeschnitten. Schwere Schäden entstanden vor allem in der Landwirtschaft.

In Haiti rissen die Wassermassen in drei Regionen zahlreiche Häuser mit sich. Ministerpräsident Jacques-Edouard Alexis sagte 1,5 Millionen Dollar (eine Million Euro) Sturmhilfe zu. (mit dpa/AFP)