Welt : Karrierefrauen sprechen mit tieferer Stimme

Frauen, die Karriere machen wollen oder schon gemacht haben, verändern im Laufe ihrer Berufslaufbahn ihre Stimmlage. Sie wird immer tiefer und nähert sich der männlichen Tonlage an, berichtet die in Weinheim erscheinende Zeitschrift "Psychologie Heute" (Ausgabe 6/2000) unter Berufung auf Forschungsergebnisse der Schweizer Wissenschaftlerin Edith Slembek.

Slembeks Computeranalysen zufolge sprechen beispielsweise Nachrichtensprecherinnen deutlich tiefer als der Durchschnitt der Frauen. Sie erreichten Tiefen, die sechs bis sieben Halbtöne unter der für Frauen sehr seltenen mittleren Altstimme lägen. Untersuchungen an Managerinnen in den USA hätten ebenfalls gezeigt, dass die Stimmlage tiefer sei als beim Durchschnitt der Frauen.

Tiefe Stimmen würden auch bei Männern als Zeichen von Autorität und Kompetenz bewertet. Männer mit hohen "weibischen" Stimmen würden hingegen als unterlegen und einflusslos angesehen, so Slembek. Die auffallend tiefe Tonlage der Nachrichtensprecherinnen begründet die Forscherin damit, dass diese Frauen ihre Stimme absenkten, weil sie mit höherer Stimmlage kaum Chancen hätten, von einem männlichen Chef eingestellt zu werden.

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