Kasachstan : Gebetbuch verhindert Ausreise eines Deutschen

Eigentlich wollte der Mann die Wohnung seines Vaters in Kasachstan auflösen - und dann zu seiner Familie nach Deutschland zurückkehren. Nun sitzt er seit fünf Wochen in dem zentralasiatischen Land fest. Verantwortlich dafür ist ein Buch.

Dorsten/AstanaEin kasachischstämmiger Mann aus Dorsten in Nordrhein-Westfalen wartet seit rund fünf Wochen in Kasachstan auf seine Ausreise. Nach dem Tod seines Vaters wollte er ein Gebetbuch aus dem Nachlass mit zurück nach Deutschland nehmen. Der 48 Jahre alte, deutsche Staatsbürger dürfe Kasachstan nicht verlassen, bis ein Gutachten über den Wert des Buches vorliege, bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Dienstag.

Wie lange es dauert, bis das Gutachten fertig ist, konnte die Sprecherin nicht sagen. Die deutsche Botschaft in Kasachstan habe sich für den Mann eingesetzt und erreicht, dass er seinen Pass zurückbekommen habe. Später wandte sich die Botschaft erneut schriftlich an die örtlichen Behörden und bat um eine schnelle Erstellung des Gutachtens. Die Ausfuhr von antiquarischen Büchern ist den Angaben zufolge nach den kasachischen Vorschriften nicht erlaubt. Das Auswärtige Amt rät allen Kasachstan-Reisenden, die dortigen Ausfuhrbestimmungen genau zu beachten.

Der Mann war nach dem plötzlichen Tod seines Vaters in Kasachstan nach Zentralasien gereist, um den Haushalt aufzulösen. Es gebe mehrere Zeugen dafür, dass das Buch zu seinem Erbe gehört, berichtete der Chef des Mannes, Dieter Trauzettel. Der 48-Jährige arbeite seit 13 Jahren als Steinmetz in seiner Firma und sei einer der wichtigsten Mitarbeiter. Durch sein plötzliches Fernbleiben entstehe erheblicher Verdienstausfall für das Unternehmen in Dorsten. Außerdem seien die Frau und die drei Kinder des Mannes in höchster Sorge. (sf/dpa)

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