Katastrophenalarm : Tornado und Starkregen in NRW

Dauerregen, ein Tornado in Bad Salzuflen und Katastrophenalarm: In der Nacht zum Freitag hielt das Wetter Teile Westfalens und die Region Osnabrück in Atem.

Das Unwettertief "Cathleen" hat Nordrhein-Westfalen einen neuen Regenrekord beschert. Auch in Niedersachsen, wie hier im Landkreis Melle, stehen zahlreiche Ortschaften unter Wasser.Alle Bilder anzeigen
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27.08.2010 11:20Das Unwettertief "Cathleen" hat Nordrhein-Westfalen einen neuen Regenrekord beschert. Auch in Niedersachsen, wie hier im Landkreis...

In Osnabrück ist am frühen Freitagmorgen wegen der starken Regenfälle Katastrophenalarm ausgelöst worden. Der Pegelstand des Flusses Hase sei auf 2,51 Meter über normal gestiegen, sagte Oberbürgermeister Boris Pistorius der Nachrichtenagentur ddp. Dies sei der höchste jemals gemessene Stand des Flusses. Mehr als 500 Keller und zahlreiche Straßen seien überflutet, sagte Pistorius, der zudem als Leiter des Katastrophenschutzes fungiert. Wegen des Katastrophenfalls fällt der Unterricht am Freitag an allen allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen in Osnabrück aus.

Die Paracelsus-Klinik am Stadtrand Osnabrücks war am Donnerstagabend durch die Wassermassen gefährdet gewesen, konnte aber durch Sandsäcke gesichert werden, sagte Pistorius. Die Feuerwehr, die Polizei und das Technische Hilfswerk (THW) seien bereits seit Donnerstagmorgen um 11.00 Uhr im Einsatz. Laut Wetterdienst seien bis gestern Abend 71 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Aufgrund der langanhaltenden und sehr ergiebigen Regenfälle wurde die Richtungsfahrbahn Hannover im Bereich der Anschlussstelle Osnabrück-Nahne etwa 40 Zentimeter hoch geflutet, wie die Osnabrücker Polizei am Freitagmorgen mitteilte. Niemand sei zu Schaden gekommen.

Langanhaltende Regenfälle haben auch in Nordrhein-Westfalen zu Überflutungen geführt. Am Donnerstagabend hatte eine Windhose kurz vor 20.00 Uhr in Bad Salzuflen eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Wie die Polizei mitteilte, zog der Tornado von Südwest nach Nordost zwischen den Ortsteilen Schötmar und Rätzen entlang. Innerhalb weniger Sekunden wurden bei mindestens vier Häusern die Dächer beschädigt, dicke Bäume wurden entwurzelt oder gespalten. Durch heftigen Regen liefen mindestens 20 Keller voll Wasser.

In Nordrhein-Westfalen waren besonders im Norden des Regierungsbezirks Münster die Kreise Steinfurt und Borken betroffen.

Dort wurden bis Freitagmorgen insgesamt rund 2000 witterungsbedingten Einsätzen gezählt, wie die Bezirksregierung mitteilte. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fiel in Steinfurt innerhalb von 36 Stunden rund 170 Liter Regen pro Quadratmeter. Viele Keller liefen voll, zudem wurden Häuser unterspült. Mehrere Bahnstrecken mussten gesperrt werden. Bei der Kollision zwischen zwei Autos und zwei Lastwagen auf der überfluteten Autobahn 2 bei Bielefeld wurden am Donnerstagabend drei Menschen schwer verletzt.

In Rheine im Kreis Steinfurt brach das Dach eines Gewerbetriebes zusammen. Mehrere Regenrückhaltebecken liefen über, einige Pumpwerke fielen aus. Durch Unterspülungen drohten Gebäude einzustürzen, viele Keller wurden überflutet. Im Kreis Borken war insbesondere die Stadt Ahaus betroffen. Dort drohte das Klärwerk überzulaufen.

Laut DWD besteht noch bis Freitagmittag eine Unwetterwarnung für die Kreise Borken und Steinfurt.

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