Welt : Katastrophenfilm macht sensibel fürs Klima

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Potsdam Roland Emmerichs Erfolgsfilm „The Day After Tomorrow“ hat dem Thema Klimawandel zu einer „kleinen Konjunktur“ verholfen. Werbung, Interviews und Medienberichte hätten auch Menschen erreicht, die sich sonst kaum oder gar nicht für das Problem interessierten. Der Katastrophenfilm habe den Zuschauern ein Gefühl für die Verwundbarkeit des Weltklimas vermittelt, berichtete das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Freitag.

So sei etwa die Rolle der Ozeane den meisten Befragten vor dem Film nicht bekannt gewesen. 82 Prozent der befragten Personen hätten nach dem Kinobesuch das Fazit gezogen: „Wir müssen den Klimawandel unbedingt aufhalten.“ Die deutsche Klimapolitik, die insbesondere wegen der Ökosteuer keine allzu guten Noten erhalten hatte, sei danach deutlich besser bewertet worden.

Die Soziologen Fritz Reusswig und Julia Schwarzkopf vom PIK sowie Philipp Pohlenz von der Universität Potsdam hatten untersucht, ob der Film den Klimaschutz gefördert oder ihm geschadet hat, weil die Darstellung einer menschgemachten neuen Eiszeit auf der Nordhalbkugel mehr auf Fiktion als auf Wissenschaft beruhte. Für die PIK-Studie wurden 1118 Kinobesucher aus sechs Städten vor und nach dem Film befragt (Berlin, Bremen, Magdeburg, Marburg, München, Potsdam).

Vier andere Forschungsteams aus den USA, Großbritannien und Japan, die sich ebenfalls mit der Wirkung des Films beschäftigten, trafen sich am 21. und 22. Oktober am PIK. Ergebnis: In den USA etwa, wo der Klimaschutz eine deutlich geringere Rolle spiele als in Europa, habe der Film zur Sensibilisierung für das Thema beigetragen. Der Katastrophenfilm könnte sogar die bevorstehende Wahl des US- Präsidenten beeinflussen, heißt es in der Studie: „Wer den Film gesehen hat, ist eher bereit, John Kerry zu wählen als George W. Bush.“ dpa

Die vollständige Studie ist im Internet zu finden: www.pik-potsdam. de/pik_web/publications/pik_reports/reports/pr.92/pr92.pdf

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