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Katholiken : Rücktrittsgesuch Mixas ist große Erleichterung

Das Augsburger Bistum hat das Rücktrittsgesuch des in die Kritik geratenen Bischofs Mixa offiziell bestätigt. Die katholischen Laiengremien halten das Gesuch für einen logischen Schritt. 

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Bischof Walter Mixa
Bischof Walter MixaFoto: dpa

"Es hatte mich erschüttert, dass das Rücktrittsgesuch so schnell erfolgte. Aber der Druck von den deutschen Bischöfen war sehr groß", sagte dem Tagesspiegel Helmut Mangold, Vorsitzender des Diözesanrates in der Diözese Augsburg, die 1,3 Millionen von insgesamt sieben Millionen Katholiken in Bayern vertritt. Auch die katholischen Laiengremien wurden von dem Gesuch nicht überrascht. "Wenn der Bischof sich zum Rücktritt entscheidet, respektiere ich diesen Schritt, der logisch ist. Er hätte es andererseits gut begründen müssen, wenn er weitergemacht hätte", sagte Mangold, der bis vergangenem Jahr als Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern fungierte. Er hoffe, dass Papst Benedikt XVI. über das Rücktrittsgesuch "sehr bald" entscheiden werde, "damit die Diözese in Ruhe zügig weiterarbeiten kann".

Mixa hatte am Mittwoch in einem Brief an den Papst seinen Rücktritt angeboten. Wörtlich wird Mixa zitiert: "In fast 40 Jahren als Priester und 14 Jahren im bischöflichen Dienst ging es mir immer darum, Zeuge des Evangeliums zu sein und als Seelsorger den mir anvertrauten Menschen zu dienen. Meiner eigenen Schwächen war und bin ich mir dabei wohl bewusst. Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung."

Völlig offen ist, ob der Diözesanrat sein 40-jähriges Jubiläum am Sonnabend wie geplant feiern wird, und ob Bischof Mixa, der sein Kommen zugesagt hatte, anwesend sein wird. Mixas Rückzug erfolgte nach Vorwürfen gegen ihn, er habe zwischen 1975 und 1996 als Stadtpfarrer in Schrobenhausen Kinder geohrfeigt und misshandelt. Es soll auch zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

"Das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa ist eine große Erleichterung. Die Situation war für die katholische Kirche bisher sehr belastend", sagte Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, dem Tagesspiegel. Zirka acht von 25 Millionen deutschen Katholiken sind in katholischen Gremien organisiert.

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