Katholiken : Weltjugendtag in Sydney eröffnet

225.000 Pilger aus mehr als 170 Ländern - in Sydney hat am Dienstag der katholische Weltjugendtag begonnen. Auf den ersten Auftritt von Papst Benedikt XVI. müssen die Gläubigen allerdings noch ein wenig warten.

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Sydney ist fest in katholischer Hand -Foto: dpa

SydneyZur Eröffnungsmesse unter freiem Himmel wurden am Nachmittag 150.000 Gläubige erwartet. Papst Benedikt XVI. ist auch in Sydney, doch erholt sich das Kirchenoberhaupt noch von der langen Anreise. Der Papst wird am Donnerstag offiziell im Hafen vor der Kulisse des weltberühmten Opernhauses begrüßt.

Einige tausend Pilger hatten in der kühlen Nacht vor der St. Mary- Kathedrale im Zentrum Sydneys ausgeharrt. Dort zeigte eine elektronische Uhr die Sekunden bis Mitternacht an. Als um Punkt zwölf Uhr als Begrüßung für die Pilger ein großes "G'day pilgrims!" aufblinkte, brachen die jungen Leute in Jubel aus. Zehntausende umlagerten die Kathedrale schon am frühen am Dienstag bei strahlendem Sonnenschein. In ihrem Gästehaus wohnt ab Donnerstag Papst Benedikt.

Wollsocken gegen die Kälte

Eine Jugendgruppe aus Hagen in Westfalen stach mit ihrer mehr als drei Meter langen Fahnenstange und der deutschen Flagge aus der Menge. Zwei Ordensschwestern aus Osttimor hatten sich mit dicken Wollsocken in den Sandalen und warmen Leggins unter der Tracht für die Morgenfrische gewappnet. In Sydney ist Winter. Die Temperaturen können aber tagsüber bis 20 Grad steigen.

Die Pilger standen stundenlang geduldig an und warteten auf Einlass in die Kathedrale. Während viele Gruppen auf den Stufen draußen wie bei Fußballspielen immer wieder Fahnen schwingend in Schlachtrufe ausbrachen, war es im Kirchenschiff trotz tausender Besucher erstaunlich ruhig. Am Ausgang ist der Sarg von Pier Giorgio Frassati aufgebahrt, der eigens als Inspiration für die Jugend eingeflogen worden war. Der Italiener, der 1925 im Alter von 24 Jahren starb, war 1990 selig gesprochen worden.

Motto aus der Apostelgeschichte

Papst Benedikt hat einen Vers aus der Apostelgeschichte als Motto für den Weltjugendtag ausgesucht: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein (Apg 1,8)." Das katholische Kirchenoberhaupt war bereits am Sonntag in Sydney eingetroffen. Der 81-Jährige bereitete sich in einem Studienzentrum bei Sydney auf die Festivitäten vor.

Ärger gibt es unterdessen wegen einer ungefragten Sympathiebekundung für das Kirchenoberhaupt. Unbekannte Fans des Papstes haben in der Nacht zum Dienstag "Ratzinger rules" und zwei weitere Sprüche auf die Wände eines Kriegerdenkmals in Sydney gesprüht. Die Polizei ließ die Grafitti umgehend entfernen. "Es mag vielleicht nicht abwertend gemeint sein, aber wir halten das für sehr respektlos, den gefallenen Soldaten gegenüber und dem Papst gegenüber", sagte Polizeichef Andrew Scipione. Die Polizei will jetzt die Aufnahmen aus umliegenden Überwachungskameras auswerten, um die Sprüher zu identifizieren.

Auch Menschen, die weniger begeistert vom Papst sind, sollen während des Weltjugendtages zu ihrem Recht kommen. Das australische Bundesgericht hat am Dienstag ein Gesetz des Bundesstaates New South Wales aufgehoben, das Kritik an den Teilnehmern des katholischen Weltjugendtages und an der katholischen Kirche verbot. Das Gesetz hatte "störendes Benehmen" während des am Dienstag beginnenden Weltjugendtages verboten. Das Parlament von New South Wales könne nicht wollen, dass das Grundrecht der freien Meinungsäußerung eingeschränkt werde, sagte das Bundesgericht zur Begründung. Ein Verkaufsverbot für provozierende T-Shirts ließ das Gericht allerdings gelten. (mfa/AFP/dpa)

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