"Kehler Phantom" : Frauenmörder zu 30 Jahren Haft verurteilt

Fünf Jahre nach einer Serie von Frauenmorden ist das so genannte Phantom von Kehl zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten zuvor für lebenslang plädiert.

Straßburg (03.06.2005, 18:30 Uhr) - Das Strafgericht Straßburg sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Angeklagte Jacques Plumain im Dezember 1999 und im Mai 2000 in Kehl und Straßburg zwei Frauen ermordet hat. In einem weiteren Mordfall an einer türkischen Altenpflegerin vom Oktober 1999 sprach das Gericht den 31-jährigen Franzosen aus Mangel an Beweisen frei.

Einen Angriff gegen eine Frau im November 1999 wertete das Gericht wie von der Staatsanwaltschaft gefordert als Mordversuch. Die Verteidigung hatte auf Körperverletzung plädiert.

Der 31-jährige Franzose hatte vor Gericht drei Taten gestanden und zugegeben, zwei Frauen vorsätzlich getötet zu haben. Den Mord an der Altenpflegerin stritt er ab.

«Die Verbrechen sind abscheulich, Jacques Plumain ist ein Serienmörder. Er verdient die Höchststrafe», hatte Staatsanwalt Brice Raymondeaud-Castenet in seinem Plädoyer gesagt. Der Angeklagte sei ein brutaler Jäger. «Er geht aus dem Haus, um Frauen zu töten», sagte Raymondeaud-Castenet.

Die Verteidigung appellierte an das Gericht, bei seinem Urteil mildernde Umstände zu berücksichtigen. Plumain war erst sechs Tage vor dem ersten Kehler Mord an der türkischen Altenpflegerin nach etwas mehr als zwei Monaten Haft wieder frei gelassen worden. Er war zuvor verhaftet worden, weil er am 23. Juli 1999 eine Frau auf dem Parkplatz einer Discothek mit einem Messer angegriffen und verletzt hatte. (tso)

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