Welt : Kein Ausweg mehr für Karla Tucker?

Begnadigung der texanischen Todeskandidatin abgelehnt / Drohende Vollstreckung in der Nacht zum Mittwoch bewegt die Welt AUSTIN (AP).Die erste Hinrichtung einer Frau in den USA seit 1984 am Dienstag ist offenbar kaum noch zu verhindern.Der Begnadigungsausschuß des Staates Texas lehnte es am Montag ab, Gouverneur George Bush eine Begnadigung der wegen Doppelmordes verurteilten 38jährigen Karla Faye Tucker zu empfehlen.Damit kann Tucker nur noch hoffen, daß der Oberste Gerichtshof die Vollstreckung des Todesurteils stoppt.Der Fall findet weltweit Beachtung.Auch Papst Johannes Paul II.setzte sich für eine Begnadigung Tuckers ein. Der Begnadigungsausschuß sprach sich mit 16 Stimmen bei zwei Enthaltungen gegen eine Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe aus.Das Gremium empfahl dem Gouverneur darüber hinaus, auch nicht von dem ihm nun noch bleibenden Recht Gebrauch zu machen, Tuckers Hinrichtung für 30 Tage aufzuschieben.Die Entscheidung war allgemein erwartet worden, nachdem im vergangenen Jahr alle 16 von dem Ausschuß behandelten Gnadengesuche abgelehnt wurden.Insgesamt wurden 1997 in Texas 37 Todesurteile vollstreckt, so viele wie in keinem anderen Staat der USA. Beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ist noch eine Klage Tuckers gegen das gesamte Begnadigungsverfahren in Texas anhängig.Die Anwälte der Todeskandidatin machen geltend, daß das Verfahren nicht der Verfassung entspreche.Es fehlten klare Richtlinien für eine Begnadigung sowie angemessene Anhörungen. Sollten alle Bemühungen zur Rettung des Lebens von Tucker scheitern, würde das Todesurteil Mittwoch früh mitteleuropäischer Zeit in einem Gefängnis in Huntsville mit Giftspritze vollstreckt werden.In Texas wurde letztmals 1863 ein Todesurteil an einer Frau vollstreckt. Nachdem im Dezember der Tag der Hinrichtung festgesetzt worden war, brach in den USA ein Proteststurm los.Selbst Gruppen, die eher die Todesstrafe verteidigen, meldeten Bedenken an.Sollte eine Frau hingerichtet werden? Und sollte nicht ihre Hinwendung zum Glauben berücksichtigt werden? Joe Magliolo, der im Prozeß gegen Tucker 1984 die Anklage vertrat, will von diesen Einwänden nichts wissen.Tucker sei jetzt von den Gegnern der Todesstrafe zur Symbolfigur auserkoren worden, meinte er. In den Meinungsspalten der amerikanischen Presse wurde vor allem auf das Argument eingegangen, Tucker solle begnadigt werden, weil sie eine Frau sei.Die meisten Kommentatoren wendeten sich gegen eine Sonderbehandlung von Frauen. Nachdem im Dezember der Tag der Hinrichtung festgesetzt worden war, brach in den USA ein Proteststurm los.Selbst Gruppen, die eher die Todesstrafe verteidigen, meldeten Bedenken an.Sollte eine Frau hingerichtet werden? Und sollte nicht ihre Hinwendung zum Glauben berücksichtigt werden? Joe Magliolo, der im Prozeß gegen Tucker 1984 die Anklage vertrat, will von diesen Einwänden nichts wissen.Tucker sei jetzt von den Gegnern der Todesstrafe zur Symbolfigur auserkoren worden, meinte er. In den Meinungsspalten der amerikanischen Presse wurde vor allem auf das Argument eingegangen, Tucker solle begnadigt werden, weil sie eine Frau sei.Die meisten Kommentatoren wendeten sich gegen eine Sonderbehandlung von Frauen.

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