Welt : Kein Herz für Haie

Wie sehr kurzfristige wirtschaftliche Interessen Vorrang vor dem langfristigen Schutz der bedrohten Arten haben können, zeigte sich an den gescheiterten Anträgen auf der Artenschutzkonferenz in Doha in den vergangenen Tagen.

Die Citis-Vertragsstaaten lehnten einen Antrag der USA ab, die ab 2012 Handelsbeschränkungen zum Schutz des Hammerhais gefordert hatten. Auch ein Antrag für den Schutz des Weißspitzen-Hochseehais und des Dornhais verfehlte die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Die drei Haiarten sollen aber in die zweithöchste Schutzkategorie aufgenommen werden, in der der Handel mit den gefährdeten Tieren strengen Auflagen unterliegt. Als „kleine Sensation“ bezeichnete der deutsche Delegationsleiter Gerhard Adams allerdings die knapp errungene Mehrheit für den deutschen Antrag eines beschränkten Handelsverbots für den Heringshai – der erste je angenommene Haiantrag dieser Konferenz.

Die Fischereiländer setzten zudem durch, dass ein verstärkter Schutz bedrohter Korallenarten scheiterte. In geheimen Abstimmungen versagten 64 Länder dem durch die USA und die EU gestellten Antrag die Zustimmung, den Handel mit roten und rosafarbenen Korallen zu regulieren. Korallen sind begehrt für die Herstellung von Schmuck sowie Medizin, so dass für ein Kilogramm bis zu 1500 Dollar gezahlt werden.

Ein „großer Sieg“ wurde bereits am Vortag aus Sicht der Tierschützer für die Elefanten erreicht. Der Antrag Tansanias und Sambias, das auf der letzten Konferenz 2008 ausgehandelte neunjährige Moratorium zum Verkauf von Elfenbein zu lockern sowie ein weiterer Antrag Tansanias, den eingeschränkten Handel mit den Dickhäutern wieder zu erlauben, wurde abgelehnt. lvv/dpa

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