Kein Winter in Sicht : Sturmfront zieht über Deutschland

Grüne Wiesen, braune Äcker - und starker Wind. Orkantief „Anna“ richtet mit einer Gewitterfront in Teilen Deutschlands schwere Schäden an. Schnee ist vorerst nicht in Sicht.

Feuerwehrleute sind in Knüllwald-Remsfeld (Hessen) mit Aufräumarbeiten nach einem Unwetter befasst.
Feuerwehrleute sind in Knüllwald-Remsfeld (Hessen) mit Aufräumarbeiten nach einem Unwetter befasst.Foto: Feuerwehr Knüllwald-Remsfeld/dpa

Sturm und Gewitter statt Winter: Während Frost und Schnee im neuen Jahr nicht in Sicht sind, hat eine heftige Gewitterfront am Wochenende in Teilen Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Unwetter steckten einen Kirchturm in Brand und deckten Dächer ab - eine Frau starb. In Nordhessen soll ein Tornado getobt haben. Schnee war dagegen nicht in Sicht. Sollte sich eine durch Statistiken gedeckte Bauernregel bewahrheiten, wird das Wetter sogar bis Ende Februar nicht drastisch umschlagen.

Orkantief „Anna“ zog mit einer Gewitterfront über Nordrhein-Westfalen, Nordhessen und Niedersachsen hinweg. In Erkelenz starb am Freitagabend eine junge Frau, als eine Windböe in einem Rohbau eine Wand umwarf und die 23-Jährige unter sich begrub. In Essen steckte ein Blitz die höchste Kirche in Brand. Mit einem 84 Meter hohen Spezialkran konnte die Feuerwehr den Brand am Samstagmorgen löschen.

In Mettmann traf ein umstürzender Baum einen Passanten. In Bochum kollidierte ein Radfahrer mit einem umgewehten Bauzaun. In der nordhessischen Gemeinde Knüllwald deckte möglicherweise ein Tornado am späten Freitagabend etwa 20 Dächer ab. „Außerdem sind 50 Bäume umgeknickt oder entwurzelt worden, und umherfliegende Dachziegel beschädigten ein Auto schwer“, sagte Gemeindebrandinspektor Ullrich Laabs.

Die Mittelgebirge wie Harz, Thüringer Wald oder Erzgebirge waren weitgehend schneefrei. Das sollte auch so bleiben. „Voraussichtlich bleibt uns diese Großwetterlage vorerst erhalten. Ein Wintereinbruch ist daher zunächst nicht in Sicht“, sagte Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Einer alten Bauernregel zufolge sei der 6. Januar ein guter Gradmesser für den Verlauf des Winters. Sie besagt: „Ist bis Dreikönig kein Winter, so folgt auch keiner mehr dahinter.“ Sollte der Montag mild bleiben, werde es DWD-Statistiken zufolge bis Ende Februar wahrscheinlich nicht drastisch kälter, so Trippler. (dpa)

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