Welt : Keine Hoffnung mehr für John F. Kennedy jr.

AQUINNAH/NEW YORK . Zwei Tage nach dem Absturz seines Privatflugzeugs vor der US-Ostküste gab es am Montag praktisch keine Hoffnungen mehr, John F. Kennedy jr. noch lebend zu bergen. Die US-Küstenwache geht davon aus, daß der 38jährige Sohn des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy tot ist. Auch seine 33 Jahre alte Frau Carolyn Bessette und deren 35jährige Schwester Lauren Bessette waren in dem Flugzeug. Wie es hieß, sei es unmöglich, mehr als 36 Stunden in 20 Grad warmem Meerwasser zu überleben. Entsprechend wurde das Ziel der Küstenwache von "Suche und Rettung" auf "Suche und Bergung" geändert.Zehn Taucher wollten von vier Booten aus in dem mutmaßlichen Absturzgebiet etwa sieben Kilometer von der Ferieninsel Marthas Vineyard entfernt in 18 bis 24 Meter Tiefe nach Überresten der Piper suchen. Dort sind durch Radar zwei Ziele aufgespürt worden, die Wrackteile sein könnten. Ein bereits am Sonntag empfangenes Signal stammte nicht, wie ursprünglich gehofft, von dem Notsendegerät der einmotorigen Maschine."Wir glauben, ziemlich genau zu wissen, wo sich der wahrscheinlichste Absturzort befindet", sagte Konteradmiral Richard Larrabee von der Küstenwache. Die Küstenwache hatte den Angehörigen schon am Sonntagabend die traurige Nachricht überbracht, daß so gut wie keine Hoffnung mehr bestand. Sie hätten mit Verständnis und Dankbarkeit für die Bemühungen der Rettungsmannschaften reagiert, sagte Larrabee, der von einer extrem bedrückenden und schwierigen Situation sprach.Mit sichtlicher Trauer und Erschütterung sprach US-Präsident Bill Clinton am Sonntag den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Clinton würdigte bei einem Abendessen für den israelischen Premierminister Ehud Barak in Washington die Verdienste der Kennedy-Familie, "die so viel gelitten und uns noch mehr gegeben hat".40 Jahre hätten die Kennedys das Land inspiriert und es vorangebracht. John F. Kennedy jr. und seine Schwester Carolyn hätten sich die Zuneigung der Amerikaner erworben. Er, Hillary und das Volk beteten für die Angehörigen: "Wir hoffen, daß sie in Gott Stärke finden."Die Bevölkerung legte Blumen, Geschenke und Bilder am Wohnort Kennedys in Manhattan nieder. Tausende pilgerten auch an der Grabstätte von Präsident John F. Kennedy in Arlington bei Washington vorbei. Das Kennedy-Museum in der Innenstadt von Dallas im Bundesstaat Texas, wo Präsident Kennedy am 22. November 1963 ermordet wurde, war ebenfalls das Ziel ungewöhnlich vieler Besuche.Die Kennedys, die sich ursprünglich zur Hochzeitsfeier auf dem Familienanwesen versammelt hatten, verbrachten den Tag in völliger Zurückgezogenheit. Geistliche standen ihnen bei. Auch die in Greenwich lebenden Bessette-Eltern, die ihre beiden Töchter verloren, schotteten sich ab. "Die Tragik liegt in den Genen der Kennedys"Der Grund für die Häufung von Tragik im Kennedy-Clan liegt nach Ansicht eines israelischen Wissenschaftlers in den Erbinformationen. Die Familie habe eine besondere genetische Veranlagung, die sie zu impulsiven und riskanten Taten dränge, sagte Richard Ebstein der Zeitung "Jerusalem Post" vom Montag. Es gebe "sehr eindeutige" Hinweise, daß die Kennedys dieses Gen trügen. Der Forscher und DNA-Experte Ebstein hatte 1996 ein Gen namens Dopamin D-4 entdeckt, das nach seinen Angaben bestimmte Persönlichkeitsmerkmale beeinflußt. So zeichneten die Träger dieser Erbinformationen eine besondere Neugier und ein Hang zum Risiko aus. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben