• Keine Stunden zum Feiern WDR-Intendant Pleitgen wird 65 – der Krieg dämpft seine Laune

Welt : Keine Stunden zum Feiern WDR-Intendant Pleitgen wird 65 – der Krieg dämpft seine Laune

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Köln (dpa). Schon vor Beginn des Irak-Krieges wollte sich bei Fritz Pleitgen keine Feierstimmung einstellen: Wenn der Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) an diesem Freitag 65 Jahre alt wird, treibt den früheren Auslandskorrespondenten die Sorge über die Eskalation am Persischen Golf um. „Ein Irak-Krieg ist eine fürchterliche Katastrophe für die betroffenen Menschen und ein strategischer Rückschlag im Kampf gegen den Terrorismus.

Daraus kann nur weiteres Unheil erwachsen“, sagt der renommierte Journalist und bezieht damit Position gegen den Krieg als selbstverständliches Mittel der Politik.

Die ARD werde alles Mögliche tun, um die Zuschauer hinreichend zu informieren. Dabei fürchtet Pleitgen, der als ARD-Korrespondent selbst von Brennpunkten rund um den Globus berichtete, Repressalien gegen die in die Krisenregion geschickten Journalisten. „Reporter werden in unseren Zeiten immer mehr zu Kriegsberichterstattern und zur Zielscheibe. Den Kriegführenden sind Journalisten ein Dorn im Auge. Man setzt alles daran, sie zu desinformieren, und scheut sich auch nicht, sie auszuschalten.“ Pleitgen weiß, wovon er spricht. In den 60er Jahren berichtete er für die ARD über den Zypern-Krieg. Vom Sechs-Tage-Krieg (1967) zwischen Israel und den arabischen Staaten lieferte er die Bilder in die Wohnzimmer. Mit Reportagen aus der Sowjetunion und der DDR prägte er sich dann in das Gedächtnis der Fernsehnation ein. „Als Reporter des Kalten Krieges“, schrieb das „Zeit-Magazin“, „wurde Fritz Pleitgen zum Fernseh-Denkmal.“ Seit 1995 ist er Intendant von Europas zweitgrößtem Sender in Köln.

Um den WDR zu modernisieren, hat er ein „Mobilitäts- und Flexibilitätsprogramm“ angestoßen. „Wir haben viele Talente, die umfassend entwickelt werden müssen.

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