Welt : Keine Verbindung

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Braunschweig/Überlingen (dpa). Der Schweizer Fluglotse hatte in der Katastrophennacht am Bodensee nach neuen Untersuchungen mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen. Neben dem Fluglotsen- Radarwarngerät war auch die Telefonhauptleitung bei der Schweizer Flugsicherung skyguide zeitweise abgeschaltet, wie die Ermittlungen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ergaben. Die BFU in Braunschweig begann am Freitag mit der Auswertung der Magnetaufzeichnungsbänder der Flugschreiber. Wie die BFU am Freitag mitteilte, musste der skyguide-Fluglotse zum Unfallzeitpunkt allein zwei Radarschirme kontrollieren: Auf einem leitete er den Anflug einer Maschine auf den Flughafen Friedrichshafen, auf dem anderen beobachtete er vier Flugzeuge, darunter die beiden Unglücksmaschinen. Das Haupttelefonnetz war laut BFU zu diesem Zeitpunkt wegen Wartungsarbeiten ebenso abgeschaltet wie das Radarwarnsystem, das bei der gefährlichen Annäherung zweier Flieger ein akustisches Signal gibt. Der Lotse konnte also vom Computer keine Warnung über die gefährliche Situation am Himmel erhalten.

Auf einer Reservetelefonleitung habe er versucht, mit dem Flughafen Friedrichshafen Kontakt aufzunehmen, um eine dort anfliegende Maschine zu übergeben. Doch zwischen 23.25:43 Uhr und 23.33:11 Uhr bekam er laut BFU keine Telefonverbindung. Um 23.34:49 Uhr gab er dann zum ersten Mal die Anweisung an die über dem Bodensee fliegende Tupolew-Maschine, in den Sinkflug zu gehen. Die Besatzung reagierte nicht sofort, also wiederholte er die Anweisung 14 Sekunden später. Die Tupolew-Crew folgte dann der Anordnung. Fast zeitgleich ging auch die Boeing-Frachtmaschine in den Sinkflug, mit großer Wahrscheinlichkeit hatte das Kollisions-Warngerät TCAS der Boeing dann die entsprechende Anweisung gegeben.

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