Kenia : Piraten entern Panzer-Frachter

Die Serie von Piratenattacken vor der Küste Ostafrikas reist nicht ab. Somalische Piraten haben laut russischen Medien einen ukrainischen Frachter in ihre Gewalt gebracht und dabei 30 Panzer erbeutet.

Moskau/KiewVor der Küste Ostafrikas haben somalische Piraten ein Frachtschiff aus der Ukraine mit 30 schweren Panzern an Bord in ihre Gewalt gebracht. "Das Schiff transportierte Rüstungsgüter, darunter Panzer", sagte ein Sprecher des Ostafrikanischen Seefahrer-Verbandes am Freitag in Nairobi. Das Schiff sei unter der Flagge von Belize mit 30 Panzern vom Typ T-72 unterwegs nach Kenia gewesen, meldete die Agentur Itar-Tass unter Berufung auf Informationen der russischen Reederei Sovfracht. Russland entsandte ein Küstenwachschiff an das Horn von Afrika.

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko rief den nationalen Sicherheitsrat in Kiew zu einer Krisensitzung zusammen, um über mögliche Hilfe für die Schiffsbesatzung zu beraten. Die Piraten sollen bei dem Überfall am Donnerstag die 21 Mann Besatzung, die meisten davon Ukrainer, als Geiseln genommen haben. Außerdem waren drei Russen und ein Lette an Bord des Frachters «Faina». Der ukrainische Kapitän habe am Telefon vom Angriff der Piraten berichtet, als die Verbindung abbrach, berichtete der ukrainische Fernsehsender News24. Der T-72 ist ein schwerer Kampfpanzer sowjetischer Bauart.

Gesetzlose Zustände vor Somalia

Vor der somalischen Küste herrschen gesetzlose Zustände. Bewaffnete Banden sollen mit Hilfe von Schnellbooten allein in den letzten Wochen ein Dutzend Schiffe geentert und etwa 200 Besatzungsmitglieder in ihre Gewalt gebracht haben. Die Piraten fordern in der Regel Lösegelder in Höhe von einer Million Dollar (685.000 Euro). Die somalische Regierung unterhält keine Marine und ist gegen das Treiben der Piraten machtlos.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Anfang Juni die Staaten ermächtigt, auch in somalischen Hoheitsgewässern gegen Piraten vorzugehen. Zuletzt überfielen Piraten auch einen Frachter einer Bremer Reederei sowie das Segelboot eines deutschen Paares. Die beiden Urlauber waren mehrere Tage in ihrer Gewalt. (nal/dpa)

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