Welt : Kennen Sie den?: Gesucht: Ein Mann des Klotzens

Roland Schulz

1997 hatte er es geschafft. Die Zeitschrift "Time" wählte ihn in ihre Liste der 25 einflussreichsten Amerikaner. Da stand er nun neben Leuten wie Robert Thurman, Buddhistischer Weiser und Vater der Schauspielerin Uma Thurman, neben dem Golfspieler Tiger Woods und dem Zeichner Scott Adams, Erfinder der Comicfigur Dilbert, dem Helden der modernen Arbeitswelt. "Alle Veränderungen beginnen bei einer Person", schrieb die Zeitschrift damals, "das betrifft fast alle von uns ausgewählten Personen: Sie haben etwas losgetreten. Ob sie erfolgreich waren, ist nebensächlich, wichtig ist der Wille zur Erneuerung und Veränderung".

Nun, eine Comicfigur hatte der Gesuchte nicht erfunden, er hatte etwas besseres vorzuweisen, das ihn für diese Liste qualifizierte: die Verwirklichung des amerikanischen Traums. In der Bronx als Sohn jamaikanischer Einwanderer geboren, kämpfte er sich von ganz unten bis ganz nach oben. Und getreu der Maxime "nicht kleckern, sondern klotzen", meisterte er in den Jahren 1990 und 1991 seine bislang größte Herausforderung. Danach war klar: Der Soldat war zu Höherem berufen. Gleich nach seinem Abschied vom Beruf im Jahr 1993 zahlte der Verlag Random House sechs Millionen Dollar Vorschuss für seine Autobiografie "An American Journey".

Sie verkaufte sich blendend, weil jeder vom Leben desjenigen lesen wollte, den Republikaner wie Demokraten gleichermaßen für eine Karriere in der Politik umwarben. Jetzt ist er tatsächlich Politiker. Und einen neuen Job hat er auch: Er hat die Nummer Eins auf der Liste des Jahres 1997 abgelöst.

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