Welt : Kennen Sie den?: Gesucht: Ein Mann ohne Freunde

Roland Schulz

Das Lied mochte er, und so rief er eines Tages einfach bei Mick Jagger an - ob er nicht das Lied "Start me up" einmal nutzen könne als Werbung für seine Zwecke, und wie viel das denn kosten würde? Kein Problem, antwortete der "Rolling Stone" auf die erste Frage. Die Antwort auf die zweite lautete: zwölf Millionen Dollar.

Der Gesuchte zahlte. Allerdings waren diese zwölf Millionen auch eine Kleinigkeit für einen Mann, der bereits im Alter von 14 Jahren eine eigene Firma gegründet hatte, die bald 20 000 Dollar eingenommen hatte - bis ihre Kunden merkten, dass sie es mit einem Schuljungen zu tun hatten und auf einmal keine Aufträge mehr gaben. Mit 19 Jahren, als Student, machte er dann das Geschäft seines Lebens, als er für 50 000 Dollar ein Produkt erwarb, das eigentlich noch gar nicht fertiggestellt war.

Er entwickelte es weiter und wurde damit Multimillionär - heute benutzen seine Produkte so viele Menschen, dass sich die Vereinigten Staaten wegen dieses Beinahe-Monopols bereits um den freien Markt sorgten. Und ein Konkurrent prägte den Satz, dass es auf der Welt "nur einen Menschen gibt, der weniger Freunde hat als Saddam Hussein" - ihn nämlich.

Er selber schert sich wenig um die Fragen, ob er nun mehr Geizkragen als Genie oder mehr Tyrann als Visionär sei. Sein Urteil über ihn selbst steht fest: Als er ein Buch über seinen Werdegang zum Millionär schrieb, ließ er im Klappentext festhalten: "Unsere Welt ist im Umbruch, aber Politiker und Wissenschaftler wissen nicht, wie es weiter gehen soll. Nur einer ist der Entwicklung mit seinen Visionen immer um etliche Schritte voraus."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben