Welt : Kennen Sie den?: Gesucht: Ein schlagfertiger Katholik

Roland Schulz

"Das Klosterleben", so sagte er einmal, "hat immer eine große Faszination auf mich ausgeübt." Sehr witzig, befand die Münchner Faschingsgesellschaft "Narrhalla" und verlieh dem Katholiken den nach dem bekannten Münchner Komiker benannten Karl-Valentin-Orden. Der Gesuchte hatte nämlich seine Weisheit nach einem Blick in das Fernsehprogramm dieser Tage zum Besten gegeben und hinzugefügt: "Und wenn ich die Wahl zwischen Ordens-Vater und Container-Bruder habe, wähle ich gerne den Orden."

Sicherlich hätte er keine Probleme mit dem Leben eines Mönchs: Seine Berufsausbildung begann er noch während seines Lehramt-Studiums für Deutsch und Geschichte mit der Empfehlung eines Priesters. Anders hätte er keine Möglichkeit gehabt, vom katholischen "Institut zur Förderung des publizistischen Nachwuchses" im Stipendiatenjahrgang 1974 unterstützt zu werden. Dies war der Grundstein seiner Karriere, in deren Lauf ihm der Katholizismus später oft begegnete - der ausgebildete Kirchenmusiker Harald Schmidt war sein Kollege, der studierte Kirchenrechtler Helmut Thoma einmal sein Chef.

Dabei sieht der Oberfranke überhaupt nicht aus wie ein gläubiger Katholik: Zu besonderen Anlässen kleidet ihn immer noch seine Frau ein, deren Mode-Kreationen inzwischen neben seiner Schlagfertigkeit und seiner Frisur sein Markenzeichen geworden sind. Trotz seines Erfolges in Funk und Fernsehen steht er dem Trubel in diesen Medien kritisch gegenüber. Das Fernsehen, sagt er einmal, habe einen schlechten Einfluss auf seine beiden Söhne Roman und Tristan: Der Ältere der beiden sei "vollkommen überfordert, wenn ich ihn nach den vier Evangelisten frage, aber die sechs Power Ranger kennt er alle persönlich".

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