Welt : Kennen Sie den?: Gesucht: Eine Frau wie ein Panzer

Roland Schulz

Voller Begeisterung und voller Risiko fuhr sie schnelle Sportwagen. In ihrer Heimat besitzt sie gar eine Rennlizenz - doch bestritten hat sie schon lange kein Autorennen mehr. Aus Sicherheitsgründen. Sie ist zu kostbar geworden: Unvorstellbar, wenn sie in einem Rennwagen verunglückte, sozusagen von eigener Hand zu Schaden käme.

An Versuchen, sie umzubringen, hat es nicht gefehlt. Aber sie hat alle Attentate überlebt, auch einen Sprengstoffanschlag in Palermo. Sie hat sich davon nicht stoppen lassen. Sie verfährt in ihrem Leben wie in einem Autorennen: "Wenn sie ein Ziel hat, stürmt sie geradeaus wie ein Panzer in der Schlacht", beschrieb ein Kollege einmal dieses Verhalten.

"Panzer" ist nur einer von etlichen Spitznamen, mit denen sie in ihrer Karriere schon belegt wurde. Die italienische Cosa Nostra nennt sie nur "die Hure" und die Banken ihrer Heimat "the unguided missile", die nicht lenkbare Rakete. In der Schweiz schrieben die Journalisten der "Neuen Zürcher Zeitung", sie bevorzuge in den Kämpfen gegen ihre Feinde vom organisierten Verbrechen nicht das Florett, sondern viel lieber das zweihändige Schwert, das sie stets "unzimperlich und eigenwillig" führe. Diese Eigenwilligkeit im Streit für das Recht hat sie inzwischen auf der ganzen Welt bekannt gemacht.

Die Welt ist heute auch so etwas wie ihr Arbeitgeber. Erst kürzlich verzeichnete die Kettenraucherin dabei ihren bislang größten Erfolg. Ob sie sich darüber gefreut hat, weiß man nicht. In einem Interview sagte sie einmal über ihre Arbeit: "Es ist ein Job wie jeder andere. Du machst ihn einfach."

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